Arnstadt

Ilm-Kreis, Thüringen, Deutschland

Land:
Staat:
Kreis:
Gemeinde:
Arnstadt
Bevölkerung:
23 571

Über Arnstadt

Arnstadt ist eine Stadt im thüringischen Ilm-Kreis, am Fluss Gera, etwa 20 Kilometer südlich von Erfurt, der Hauptstadt von Thüringen. Arnstadt ist eine der ältesten Städte Thüringens und besitzt eine gut erhaltene Altstadt mit einer teilweise erhaltenen Stadtmauer. Die Stadt trägt den Spitznamen Das Tor zum Thüringer Wald ("Das Tor zum Thüringer Wald") wegen ihrer Lage am nördlichen Waldrand. Arnstadt hat rund 25.000 Einwohner. Das Stadtzentrum liegt auf der Westseite von Gera. Die Gemeinde besteht aus vier "Dörfern": Angelhausen-Oberndorf, Dosdorf-Espenfeld, Rudisleben und Siegelbach. Die Nachbargemeinden sind Wachsenburggemeinde, Kirchheim, Alkersleben, Dornheim, Wipfratal, Plaue und Gossel.

Geschichte

Eine am 1. Mai 704 in Würzburg vom thüringischen Herzog Hedan II an den angelsächsischen Bischof Willibrord von Utrecht ausgestellte Schenkungsurkunde ist die erste schriftliche Erwähnung von Arnstadt ("Arnestati") zusammen mit zwei anderen Städten - die älteste dokumentierte Siedlungsreferenz in Thüringen und Mittel- und Ostdeutschland. Im Jahr 726 ging Arnstadt zur Abtei von Echternach und später zur Abtei von Hersfeld über. Nach Angaben des Historikers August Beck wurden 925 die Gebiete Heinrichs I. als Bollwerk gegen die eindringenden Magyaren ausgebaut. Am 17. Dezember 954 machte der heilige römische Kaiser Otto I. in Arnstadt mit seinem rebellischen Sohn Liudolf von Schwaben und einem weiteren Sohn, Wilhelm, den er zum Erzbischof von Mainz ernannt hatte, Frieden und entschied, die Liebfrauenkirche zu errichten.

Im 12. Jahrhundert fiel ein Teil von Arnstadt unter die Herrschaft der Grafen von Kevernburg. Am 8. März 1198 versammelten sich die Fürsten des Heiligen Römischen Reiches in Arnstadt und wählten Philipp von Schwaben zum König von Deutschland. Arnstadt wurde 1220 erstmals als Civitas, also Stadt, bezeichnet. Am 21. April 1266 erteilte der Abt der Abtei von Hersfeld eine Urkunde. Danach wurde Arnstadt zu einem Knotenpunkt für den Handel mit Holz, Getreide, Wein und Holz.

Nach dem Aussterben der Familie Kevernburg von 1302 bis 1306 eroberten die Grafen von Schwarzburg Arnstadt. Versuche von Erfurt 1342 und 1345, die nunmehr wohlhabende Stadt zu ergreifen, scheiterten an der starken Bindung. Arnstads Wohlstand beruhte auf der Mühlenindustrie, dem Tuchhandel, Gerbereien und dem Handel mit Wein, Wolle, Holz, Getreide, Wolle und Gemüse.

Am 30. Januar 1349 wurde Graf Günther XXI von Schwarzburg, ein Widersacher von König Karl IV., Zum Frankfurter Herrscher von Arnstadt gewählt. Er verzichtete am 26. Mai auf diesen Titel für 20.000 Mark. Im Jahr 2000 wurde ein Hinweis auf Bratwurst mit Ursprung in Arnstadt aus dem Jahr 1404 gefunden. Im Jahr 1496 wurden die Schwarzburg-Gebiete in die Herrschaften Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen aufgeteilt, zu denen Arnstadt gehörte. Während des deutschen Bauernkrieges wurden am 17. Juni und 2. August 1525 95 Teilnehmer des Aufstands auf dem Marktplatz in Arnstadt als Rädelsführer geköpft. Die Stadt musste 3000 Gulden für die Unterstützung der Aufständischen bezahlen. 1531 wurde die Reformation in Arnstadt eingeführt. Infolgedessen wurden das Franziskanermädchen-Kloster und anschließend das Franziskaner-Kloster (Barfüßerkloster) säkularisiert. Ab 1581 war die Kirche des ehemaligen Barfüßerklosters (heute Oberkirche) die Hauptkirche der Stadt. 1553 begannen die Arbeiten an der Residenz des Grafen Neideck Castle. Der Wasserpalast wurde 1560 fertiggestellt.

Mit dem Beginn der Industrialisierung entstand im Westen und Süden der Altstadt ein Wohngebiet und im Norden ein Industriegebiet. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich hier ein Kriegsgefangenenlager, hauptsächlich für Polen und Russen. 1700 Häftlinge waren in Zelten untergebracht, die nur 100 Kojen enthielten. Das Lager wurde im April 1945 von den amerikanischen Streitkräften befreit. Es wurden mehrere Massengräber entdeckt. 1200 Zivilisten aus der Nachbarstadt Weimar wurden zu einer Zwangsführung durch das Lager gebracht. Dazu gehörte eine "Pergamentanzeige", die einen "Lampenschirm aus menschlicher Haut" zeigte. Die Anzeige enthielt auch Hautstücke, die zum Malen von Bildern verwendet wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Stadt entlang der Geratals weiter nach Norden aus. In den 70er und 80er Jahren entstanden im Osten und Südosten von Arnstadt neue Wohngebiete, darunter die Raven Hold. Arnstadt ist ein Produktionszentrum mit Glasfabriken und Gießereien, einer Produktionsstätte für Solarzellen sowie Handschuh- und Holzveredelungsbetrieben.

Hauptsehenswürdigkeiten

Arnstadt hat eine schön erhaltene Altstadt, die nur für Fußgänger geeignet ist. Zu den bemerkenswerten Gebäuden gehören:

die Kirche Unserer Lieben Frau aus dem 13. Jahrhundert

ein Palast aus dem 18. Jahrhundert

die Bachkirche (früher die Neue Kirche)

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Arnstadt

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