Aschersleben

Salzlandkreis, Sachsen-Anhalt, Deutschland

Land:
Kreis:
Gemeinde:
Aschersleben
Bevölkerung:
28 131

Über Aschersleben

Aschersleben (deutsche Aussprache: (listen)) ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Es liegt etwa 22 km östlich von Quedlinburg und 45 km nordwestlich von Halle (Saale).

Geschichte

Vor dem 20. Jahrhundert

Aschersleben wurde 753 erstmals erwähnt und ist damit die älteste Stadt Sachsen-Anhalts. Der lateinische Name der Stadtburg, Ascharia, gab den Namen des Hauses Ascania an. Aschersleben war von 1252–1315 die Hauptstadt von Anhalt-Aschersleben, danach ging es an das Bistum Halberstadt über. Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde es Teil des Fürstentums Halberstadt. Aschersleben wurde 1815 Teil der preußischen Provinz Sachsen.

Nazi Deutschland

In der Zeit von Nazi-Deutschland befand sich in Aschersleben eine serielle Rumpffertigung von Junkers. Im April 1935 wurden Werkzeuge nach Aschersleben gebracht, und im Mai 1935 wurden dort die ersten Rumpfkörper gebaut. Die Anlage befand sich in der Wilslebener Straße 9 in der Nähe des sogenannten Seewiesen, wo auch ein Flugplatz errichtet wurde. Die Ladenfläche in Aschersleben betrug 564.000 Quadratmeter und es waren rund 6.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in der Stadt ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Es wurde gegründet, um Sklavenarbeit für Junkers (Flugzeuge) und Motorenwerk (Automobil) bereitzustellen.

Seit Juli 1944 mussten rund 950 KZ-Häftlinge bei den Junkers Flugzeugwerken in Aschersleben arbeiten. Im April 1945 wurde die Produktion eingestellt. Am 17. April besetzten US-Streitkräfte Aschersleben, aber am 23. Mai wurde die Stadt an die britischen Truppen übergeben und am 1. Juli schließlich an die Sowjets übergeben.

Aschersleben wurde während des Krieges an folgenden Terminen bombardiert:

1. April 1942 erster britischer Bombenanschlag

20. Februar 1944 US-Tagesangriff, gescheitertes Ziel wegen bewölktem Wetter

31. März 1945

14. April 1945

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Junkers-Aschersleben zum größten Teil intakt, und die Produktion für die Produktion des Düsenjägers Heinkel He 162 änderte sich gerade. Die meisten Anlagen wurden abgebaut und 1946 von den Sowjets nach Kiew in die Sowjetunion verlegt Die Gebäude in Aschersleben wurden später vom VEB Kombinat Fritz Heckert genutzt. Heute wird die Fläche von der Schiess AG genutzt.

Nach 1945

Aschersleben gehörte bis 1990 zu Ostdeutschland, als es während der deutschen Wiedervereinigung zu Sachsen-Anhalt gehörte. Zum 1. Januar 2008 wurden die Gemeinden Drohndorf, Freckleben und Mehringen in Aschersleben eingegliedert.

Die Architektur

In Aschersleben sind mehrere Baustile vertreten. Das historische Zentrum ist geprägt von Grauer Hof, Gotik (St. Stephani-Kirche), Renaissance (Rathaus, Krukmannsches Haus) und Barockarchitektur.

Rund um die historische Altstadt gibt es einen Ring von Gebäuden im neoklassizistischen und Jugendstil. Diese wiederum ist umgeben von Gebäuden der frühen Moderne wie den Heckner-Bauten und Gebäuden aus der DDR-Zeit. Große neue Gebiete befinden sich hauptsächlich im Norden und Südosten der Stadt.

Aschersleben ist eine der wenigen deutschen Städte, in der große Teile der mittelalterlichen Stadtmauer über Jahrhunderte erhalten geblieben sind, die jedoch häufig in spätere Wohngebäude integriert wurden. Die Stadtmauer definiert einen Promenadenring um die historische Altstadt. Im 19. Jahrhundert waren mehrere Stadttore und Türme abgerissen worden, von 51 Türmen und Bastionen existieren jedoch noch 15.

In der Altstadt von Aschersleben gibt es wenige Fachwerkhäuser. Die Gründe dafür sind die Verfügbarkeit von gutem Steinmaterial und das Fehlen großer Wälder in der Umgebung sowie zahlreiche Brände vor dem 16. Jahrhundert. Trotzdem gibt es zahlreiche Gebäude, die zum Teil Fachwerk sind, meistens die oberen Etagen.

Menschen

Adam Olearius (1603–1671), Schriftsteller und Diplomat

Johann Esaias Silberschlag (1721–1791), Theologe und Wissenschaftler

Johann August Ephraim Goeze (1731–1793), Zoologe

Franz Körte (1782–1845), Natur- und Agrarwissenschaftler

Wilhelm Friedrich Wieprecht (1802–1872), Komponist

Rudolf Christian Böttger (1806–1881), anorganischer Chemiker

Heinrich Lüders (* 1832; † nach 1884) Reichstagsabgeordneter

Martin Schmidt (1863–1947), deutscher Geologe und Paläontologe

Robert Leffler (1866–1940), Schauspieler und Sänger

Gerd von Rundstedt (1875–1953), General im Zweiten Weltkrieg, Feldmarschall

Richard Schoenfeld (1884–1956), deutscher Bildhauer und Maler

Theodor Osterkamp (1892–1975), Marinepilot im Ersten Weltkrieg, Luftwaffen-Commodore im Zweiten Weltkrieg

Walter Andreas Schwarz (1913–1992), Sänger, Schriftsteller, Comedian, Hörspielautor und Übersetzer

Lilo Ramdohr (1913-2013), Mitglied der antifaschistischen Gruppe White Rose.

Ernst Klodwig (1903–1973), Formel-1-Fahrer

Helmut Stein (* 1942), Fußballspieler der DDR

Gerd Höfer (* 1943), Politiker (SPD)

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Aschersleben

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