Böhlen

Landkreis Leipzig, Sachsen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Böhlen
Bevölkerung:
6 676

Über Böhlen

Böhlen (deutsch Aussprache: ) ist eine Stadt im Freistaat Sachsen, südlich von Leipzig. Hauptmerkmale sind ein kleiner Flughafen und ein Kraftwerk. Es liegt im neu errichteten Neuseenland, den Seen, die in den ehemaligen Tagebaugebieten entstanden sind.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Böhlen stammt aus dem Jahr 1353, obwohl das Gebiet seit dem 7. Jahrhundert besiedelt ist. Der Name der Stadt leitet sich aus dem slawischen Wort beely (weiß, hell, glänzend) ab. Das Herrenhaus wurde 1548 erstmals urkundlich erwähnt. Das Herrenhaus, im Volksmund Schloss genannt, wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Die erste Dokumentation der alten Dorfkirche stammt aus dem Jahr 1540, obwohl das Gebäude romanische Teile enthält. Eine Pestepidemie im Dreißigjährigen Krieg wurde Berichten zufolge nur von zwei Familien überlebt.

Der Charakter des Ortes war lange Zeit ländlich. 1842 wurde in Böhlen ein Bahnhof der Bahnstrecke Leipzig – Hof eröffnet. Ein Schulhaus mit fünf Klassenzimmern wurde 1879 errichtet. Bis 1856 gehörte Böhlen zum Amt Pegau, dann bis 1875 zum Gerichtsamt Zwenkau und von da an zur Amtshauptmannschaft Leipzig.

Erst ab den 1920er Jahren entwickelte sich das Dorf zu einem Industriestandort, hauptsächlich aufgrund der in der Region gefundenen Braunkohle. 1924 wurde westlich von Böhlen eine der größten Braunkohlebergwerke der Welt eröffnet. Sie war mit einer Förderbrücke von 200 m Länge und 50 m Höhe ausgestattet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ein Unterlager des Konzentrationslagers Buchenwald errichtet, in dem 800 Häftlinge als Zwangsarbeiter in einem Werk der Braunkohle-Benzin AG ("Brabag") tätig waren. Aufgrund der strategisch wichtigen Industrie wurde Böhlen 1944/1945 heftigen Luftangriffen ausgesetzt.

Die wichtigsten Industrien wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in die sowjetische Verwaltung überführt und 1952 in die DDR zurückgegeben. Im selben Jahr wurde das Kulturhaus eröffnet. Durch die verwaltungstechnische Zusammenlegung des Kraftwerks, der Kohleverarbeitungsanlagen und der Kraftstoffwerke wurde das öffentlich-rechtliche Kombinat "Otto Grotewohl" gebildet. Am 7. Oktober 1964 erhielt Böhlen den Status einer Stadt.

Das Nachbardorf Zeschwitz wurde 1942 administrativ in Böhlen eingemeindet, wurde aber ab 1943 abgebaut. Ebenso wurden Stöhna (seit 1955 teilweise abgebaut) 1960 eingegliedert, Trachenau (1943–1965 überwiegend abgebaut) und 1964 Großdeuben

Die chemischen Arbeiten wurden 1995 von Dow Olefinverbund erworben.

Heute profitieren Böhlen wie auch seine Nachbarstadt Zwenkau stark vom neuseeländischen Neuseenland, wo alte Tagebau-Minen in riesige Seen umgewandelt werden.

Quelle: Wikipedia
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