Bürstadt

Landkreis Bergstraße, Regierungsbezirk Darmstadt, Hessen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Bürstadt
Bevölkerung:
15 551

Über Bürstadt

Bürstadt ist eine Stadt im südhessischen Bergstraße, 7 km östlich von Worms und 17 km nördlich von Mannheim. 1981 veranstaltete die Stadt das 21. Hessentag-Staatsfest.

Erdkunde

Ort

Bürstadt liegt im Rheinbruch zwischen Rhein und Odenwald und damit im Hessischen Ried.

Nachbargemeinden

Bürstadt grenzt im Norden an die Gemeinde Biblis, im Nordosten an die Gemeinde Einhausen, im Osten an die Stadt Lorsch und im Süden und Westen an die Stadt Lampertheim.

Konstituierende Gemeinschaften

Die Ortsteile von Bürstadt sind Bobstadt, Bürstadt und Riedrode. Jedes der beiden Außenzentren liegt etwa einen Kilometer von Bürstadt entfernt.

Geschichte

Der Name Bürstadt kommt von Bisos Stätte ("Biso´s Stead"). Biso war ein fränkischer Prinz, der in der Gegend Besitz hatte.

Bürstadt liegt in einer der kultur- und geschichtsträchtigsten alten Domänen Deutschlands. Bedingt durch den fruchtbaren Boden des Rheins und den Reichtum an Wildtieren und Biodiversität war das Oberufer des Rheins bereits sehr früh besiedelt.

Ein 1,35 m hoher Monolith, der im Stadtgebiet von Bürstadt steht, der sogenannte Sackstein (49 ° 39′19 ″ N 8 ° 26′4 ″ E / 49.65528 ° N 8.43444 ° E / 49.65528; 8.43444) wahrscheinlich ein Menhir aus der späten Neusteinzeit. Grabhügel in den Bürstädter Wäldern haben einige Funde ergeben, die auf Hallstattzeiten datiert werden können. Erwähnenswert sind auch einige Funde aus der frühen La Tène-Zeit, beispielsweise ein von Hand geformter Becher mit Fingerabdrücken aus der Zeit um 500 v.Chr. Am Waldrand von Bürstadt befinden sich Reste einer ausgedehnten römischen Siedlung. Für den Reisenden, Bürstadt, wo sich einst ein karolingischer Königshof befand, lag auf halbem Weg zwischen dem von den Kelten gegründeten Nibelungenstadt von Worms und dem ehemaligen Kloster Lorsch.

Diese Abtei wurde im Jahre 764 in der Nähe von Lorsch von Graf Kankor gegründet und gehörte vom 9. bis zum 12. Jahrhundert zu den größten Benediktinerabten Deutschlands. Am 1. November 767 wurde Bürstadt erstmals in einem Spendendokument erwähnt. Im Jahr 776 spendete Eufemia, Tochter des Grafen Kankor, ihre Anteile an Villa et marca Babestat dem Kloster Lorsch. Auch ihr Bruder Heimerich vermachte 782 sein Vermögen in Bobstadt der Abtei und machte Bobstadt damit erstmals urkundlich erwähnt.

Im Jahr 789 wurde der Boxheimerhof erstmals urkundlich erwähnt. Dies war ein Lorsch-Kloster, und es erschien unter dem Namen Villa Wizzilin oder Wizzelai. Bereits 1275 trug es den Namen Boxheim.

Ende April 873 hielt König Ludwig der Deutsche zu Pfingsten seine Reichsversammlung (Placitum) in Bürstadt ab. Es gab Verhandlungen mit der Gesandtschaft des dänischen Königs Siegfried und ein Empfang für den Gesandten des Großmährischen Prinzen Svatopluk. Außerdem versöhnte sich Louis hier mit seinen Söhnen.

1232 ging Bürstadt zusammen mit dem Kloster Lorsch an das Erzbistum Mainz über. Im Jahre 1427 wurde Bürstadt den Herren von Wattenheim zur Last gelegt, aber mit dem Tod von Peter von Wattenheim im Jahr 1440 gingen die Besitztümer wieder in das Kloster Worms über. 1443 übergab Bischof Johann von Worms das Dorf und den Hof von Bürstadt an Konrad von Frankenstein, den ersten Feudalherren der Frankensteiner Adelsfamilie im Amt zum Stein in einer Linie, die bis 1780 Bestand hatte.

1461 wurde Bürstadt an das Kurfürstentum der Pfalz verpfändet. 1556 führte der Kurfürst von Pfalz zusammen mit anderen Orten die Reformation in Bürstadt ein.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurden alle Häuser in Bürstadt niedergebrannt. Fast zehn Jahre lang hatte das Dorf keine Einwohner. Im Jahr 1618 hatte es ungefähr 700 Menschen, und am Ende des Krieges waren es nur noch 154. Im Jahr 1623 ging Bürstadt in das Mainzer Erzbistum über, und der Katholizismus wurde wieder eingeführt. Im Jahr 1732 begannen die Bauarbeiten an der Barockkirche St. Michael.

1780 war Bürstadt wieder im Worms-Amt Lampertheim (vormals Amt Stein). Mit der Auflösung des Mainzer Kurfürstentums ging Bürstadt in das Großherzogtum Hessen über.

Am 3. November 1824 brach der Reuterdeich, ein Damm am Rhein bei Nordheim, und die Überschwemmungen überwältigten den Ried (oberer Teil des Rheins). Die Flut traf Bobstadt schwer.

Im Mai 1882 wurde der katholische Priester Peter Itzel aus St. Michael von dem Tagelöhner Fischbach erstochen, wodurch Bürstadt einen schlechten Ruf und den Spitznamen Messerstecher bekam

Am 10. Juli 1936 wurde das erste Erbhofdorf in Hessen, Riedrode, eingeweiht. 28 Familien besaßen 28 Familien. Dies alles entsprach dem nationalsozialistischen Eichserbhofgesetz ("Reichs-Kulturerberecht") (siehe: Blut und Boden).

Quelle: Wikipedia
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