Büttelborn

Landkreis Groß-Gerau, Regierungsbezirk Darmstadt, Hessen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Büttelborn
Bevölkerung:
13 892

Über Büttelborn

Büttelborn ist eine Gemeinde im Landkreis Groß-Gerau in Hessen.

Erdkunde

Ort

Büttelborn liegt am Rande des nördlichen Hessischen Rieds, dem nordöstlichen Abschnitt des Rheins, und ist auch heute noch teilweise ländlich. Die Nähe zum Frankfurter Rhein-Main-Gebiet macht Büttelborn zu einer attraktiven Vorstadtgemeinde, 12 km von Darmstadt, 25 km von Mainz und 30 km von Frankfurt am Main entfernt.

Nachbargemeinden

Büttelborn grenzt im Norden an die Stadt Mörfelden-Walldorf, im Osten an die Stadt Weiterstadt, im Süden an die Stadt Griesheim (beide in Darmstadt-Dieburg) und im Westen und Nordwesten an die Stadt Groß- Gerau.

Konstituierende Gemeinschaften

Seit der Gemeindereform im Jahr 1977 hat die Gemeinde drei Zentren mit den Namen Büttelborn (5.266 Einwohner), Klein-Gerau (3.803 Einwohner) und Worfelden (4.345 Einwohner).

Geschichte

Büttelborn

Büttelborns erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1222 unter dem Namen Butelbrunne. 1257 ging Büttelborn an die Grafen von Katzenelnbogen über. Nachdem die männliche Katzenelnbogenlinie ausgestorben war, ging Büttelborn 1479 nach Hessen, von dem sie heute noch Teil ist. Im Mittelalter gab es in Büttelborn einen der 30 Wälder des Königlichen Jagdreviers Dreieich.

Klein-Gerau

Die erste urkundliche Erwähnung von Klein-Gerau erfolgte 1246. Sie gehörte zum Mark Gerau ("Gerauer Marsch") und war ein Lehen der Herren von Dornberg. Die Bewohner waren jedoch weitgehend unabhängig von ihren Oberherrn. Zu ihren Aktivitäten gehörten vor allem Getreideanbau und Viehzucht, und die Wälder nördlich des Mühlbachs dienten als Weideland. Die beiden Mühlen, von denen die Eichmühle heute noch steht, wurden bereits 1303 urkundlich erwähnt.

Die Zeit, in der das Mittelalter zu Ende ging und die Moderne dämmerte, war nicht ganz friedlich. Das Dorf wurde 1342 in den Streit zwischen Katzenelnbogen und Mainz hineingezogen, was zur Plünderung führte.

Nach dem Schadensregister wurde Klein-Gerau schwer zerstört. Ähnliches geschah 1395 wieder in den Händen der Hanauer. Zu dieser Zeit befand sich der größte Teil der Bevölkerung unter Leibeigenschaft, wie die Dokumentation zeigt. Das Dorf lag zwischen zwei Höfen, der ältere in der Nähe des heutigen Rathauses und der neuere an der heutigen Kreuzung von Bahnhofstraße und Hauptstraße, wo sich auch ein kleiner Friedhof und die St. Wendelin-Kapelle befanden. Diese Kapelle wurde im Schmalkaldischen Krieg ebenso wie das ganze Dorf von den Bürgern von General von Bueren zerstört.

Der Charakter des Dorfes hatte sich bis zum Dreißigjährigen Krieg nicht geändert. Klein-Gerau hatte 150 Einwohner, als Feldmarschall Peter Ernst II. Von Mansfeld 1622 eine Zeitlang über das Gerauer Land marschierte. Dann kamen die Schweden unter Gustav II Adolf und mit ihnen die Pest. Es dauerte mehr als 50 Jahre, bis sich das Dorf von den Verwüstungen des Krieges erholt hatte.

Ab 1700 führte das Bevölkerungswachstum zu einer Räumung nördlich des Mühlbachs, die erst im 20. Jahrhundert endgültig beendet wurde. 1729 wurde das Rathaus errichtet und 1753 ein neues Schulhaus, das heute die evangelische Kirche ist.

Die Bevölkerung stieg jetzt stetig und lebhaft an. Im Jahr 1779 hatte Klein-Gerau 323 Einwohner. Bis 1825 war das auf 459 gestiegen, 1900 bis 723 und erreichte "genau 1.075", als der Zweite Weltkrieg 1939 ausbrach.

Der Bau der Eisenbahnlinie zwischen Darmstadt und Mainz um 1858 hat die angespannte Situation im Dorf erheblich verbessert, indem Arbeitsplätze in den umliegenden Städten geschaffen werden und das Einkommen vieler Gruppen gesteigert wird, indem die Verteilung der Ernte auf die Märkte in den benachbarten Städten verbessert wird. Von 1850 bis 1950 für ein volles Jahrhundert mäßig wohlhabend waren die Obstgärten, die von dem im Dorf lebenden Lehrer Berz angelegt wurden. Auch die Spargelwirtschaft in der Umgebung begann in Klein-Gerau. All dies bedeutete, dass dem Dorf und seinen Menschen die schlimmsten Probleme zur Zeit der industriellen Revolution erspart wurden.

In der Nacht vom 17. auf den 18. April 1932 brach im Rathaus ein Feuer aus, das den gesamten Dachboden, Teile des Obergeschosses und die Uhr im Glockenturm zusammen mit der Glocke zerstörte. Trotzdem wurde das Rathaus im selben Jahr neu errichtet und als Denkmal unter Denkmalschutz gestellt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rückte die bisherige Sekundärindustrie der Landwirtschaft immer mehr in den Vordergrund. Durch diese Umstrukturierung wurde Klein-Gerau als ländliche Wohngemeinschaft bekannter.

1977 wurde die zuvor selbständige Gemeinde Klein-Gerau zu einer der drei Teilgemeinden von Büttelborn zusammengeschlossen. Im Sommer 1996 feierte Klein-Gerau sein 750-jähriges Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung mit einem großen Straßenfest rund um das renovierte historische Rathaus.

Klein-Gerau ist seit Jahren bundesweit als "Bauchnabel Südhessens" - "Südhessischer Nabel" bekannt.

Quelle: Wikipedia
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