Bad Bentheim

Landkreis Grafschaft Bentheim, Niedersachsen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Bad Bentheim
Bevölkerung:
15 063

Über Bad Bentheim

Bad Bentheim ((help · info)) ist eine Stadt in Niedersachsen im Landkreis Grafschaft Bentheim an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden, etwa 15 km südlich von Nordhorn und 20 km nordöstlich von Enschede. Es ist auch eine staatlich anerkannte Thermal- und Schwefelkurstadt, daher auch die Bezeichnung Bad ("Bad"). In Bad Bentheim befindet sich auch die Burg Burgheim, das Wahrzeichen der Stadt.

Erdkunde

Ausdehnung des Stadtgebietes

Die Stadtgrenze ist 49 km, mit einer Nord-Süd-Reichweite von 14 km und einer Ost-West-Reichweite von 12 km. Das Gebiet unter der Gerichtsbarkeit von Bad Bentheim hat zusammen mit all seinen Gemeinden eine Gesamtfläche von 100,16 km².

Nachbargemeinden

Bad Bentheim, eine von der evangelischen Kirche geprägte Stadt, gehört zum niedersächsischen Landkreis Bentheim. Es grenzt an zwei weitere Städte in Niedersachsen, Schüttorf und Nordhorn sowie an die eher katholischen Städte Gronau und Ochtrup in den nordrhein-westfälischen Kreisen Steinfurt und Borken. Bad Bentheim liegt direkt an der holländischen Grenze, auf der anderen Seite sind De Lutte und Losser, beide katholische Orte in der Provinz Overijssel (Region Twente). Nicht weit entfernt liegen die niederländischen Städte Almelo, Enschede und Hengelo sowie auf deutscher Seite Lingen, Rheine, Münster und Osnabrück.

Konstituierende Gemeinschaften

Die Stadt besteht aus den Zentren Achterberg, Bardel, Gildehaus, Hagelshoek, Holt und Haar, Sieringhoek, Waldseite und Westenberg.

Geschichte

Bad Bentheims erste urkundliche Erwähnung erfolgte um 1050 unter dem Namen Binithem. Für den Namen der Stadt gibt es verschiedene Etymologien. Es könnte sich auf die Binsen (Binsen) beziehen, die in früheren Zeiten auf sumpfigem Boden in der Gegend gewachsen sind. Es wird auch angenommen, dass einige, wie in der niederländischen Region Twente, auf Tubanti zurückgehen könnten. Bad Bentheim, eine ehemalige Grafenresidenz, blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Diese Marktgemeinde war jahrhundertelang das Zentrum der Grafschaft Bentheim. 1945 beraubten die britischen Besatzungsbehörden den Bezirkssitz „braunen Bentheim“ und verlegten ihn in die Arbeiterstadt Nordhorn, die zentraler gelegen war.

Das Wahrzeichen der Stadt ist die mächtige Burg der Grafen von Bentheim, die Burg Bentheim, die erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1116 erwähnt wurde. Um 1711 wurden heilkräftige Schwefelquellen entdeckt, aus denen der Kurort mit seiner Thermalsole und seiner Klinik entstand.

1895 verbrachten Königin Emma von den Niederlanden und ihre 15-jährige Tochter Wilhelmina mehrere Wochen in Bentheims Bädern. Zuvor waren dort sowohl Otto von Bismarck als auch Kaiser Wilhelm I. geblieben. Zu Ehren von Otto von Bismarck wurde auf dem Platz, der auch seinen Namen, Bismarckplatz, in der Bentheimer Innenstadt trägt, eine Sandsteinstatue in seinem Bildnis aufgestellt. Es steht noch heute, direkt unter der Burg.

Seit 1865 besitzt Bentheim die Stadtrechte. Im Zuge der Stadtreform in Niedersachsen wurden die Stadt Bentheim, die Samtgemeinde von Gildehaus (deren Mitgliedergemeinden Gildehaus, Achterberg, Hagelshoek, Holt und Haar, Waldseite und Westenberg waren) und die Gemeinden von Bardel und Sieringhoek fusionierten am 1. März 1974 zur vereinigten Stadt Bentheim. Seit 1979 heißt es Bad Bentheim. Die konstituierende Gemeinde Gildehaus ist seit 1982 ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre das gesamte Gebiet zusammen mit vielen anderen Grenzgebieten in Deutschland 1945 im Rahmen des Bakker-Schut-Plans von den Niederlanden annektiert worden, aber dieser Plan wurde von den Einwänden der USA zerstört.

Bentheims Sandstein, bekannt als Bentheimer Gold, der in der Hauptstadt und im Gildehaus abgebaut wurde oder wurde, wurde zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert über die Grenzen des alten Landkreises hinaus in das Münsterland, nach Ostfriesland, in die Niederlande, nach Belgien und Dänemark verschifft. Einige Beispiele für bedeutende Gebäude aus diesem Sandstein sind der Königspalast in Amsterdam, das Theater und die Liebfrauenkirche in Antwerpen, die katholische Kirche in Århus, der Martini-Kirchturm in Groningen (1482 fertiggestellt) und das Rathaus in Münster.

Der Sockel, auf dem sich die New Yorker Freiheitsstatue befindet, soll sogar aus Bentheimer Sandstein bestehen, andere deutsche Städte, darunter auch Obernkirchen, behaupten, sie hätten den Stein dafür geliefert.

Wappen

Die Stadt Bad Bentheim wurde 1661 von Graf Ernst Wilhelm von Bentheim und Steinfurt (1643–1693) bewaffnet. Das Wappen zeigt ein goldenes Monogramm, bestehend aus den Buchstaben E und G auf rotem Grund, umgeben von neunzehn ebenfalls goldenen Kugeln. Die Buchstaben stehen für "Ernestus Guilelmus", den lateinischen Namen des Grafen.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Bad_Bentheim

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