Bad Iburg

Landkreis Osnabrück, Niedersachsen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Bad Iburg
Bevölkerung:
10 528

Über Bad Iburg

Bad Iburg (westfälisch: Bad Ibig) ist eine Stadt im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen. Es liegt im Teutoburger Wald, 16 km südlich von Osnabrück.

Bad Iburg ist auch der Name einer Gemeinde, zu der die Stadt und die vier angrenzenden Zentren gehören: Glane, Ostenfelde, Sentrup und Visbeck.

Das wichtigste Gebäude ist das Schloss Iburg oberhalb der Stadt. Es ist ein Komplex eines Schlosses, das sechshundert Jahre lang Sitz der Bischöfe von Osnabrück und eines ehemaligen Klosters des Benediktinerordens war.

Geschichte

Bad Iburg wurde 753 in einem fränkischen Dokument erstmals erwähnt. Der fränkische König Karl der Große eroberte 772 das "Königsschloss Iburg" von seinem Hauptgegner, dem sächsischen Führer Widukind. In einer langen Zeit der Kämpfe wechselte der Besitz zwischen Franken und Sachsen. Die fränkischen Truppen erlangten die Burg schließlich 783 zurück.

Bad Iburg wurde im 11. Jahrhundert von mehr als lokaler Bedeutung, als Bischof Benno I. (1052–1067) auf den Ruinen der ersten Festung ein neues Schloss errichtete. Dieses Schloss wurde auch ruiniert, so dass Bennos Nachfolger Bischof Benno II. Von Osnabrück (1068–1088) ein weiteres Schloss errichtete. Er gründete auch ein Benediktinerkloster, die ersten zwölf Mönche kamen aus Mainz. Ein interessantes Merkmal der römisch-katholischen Kirche von St. Clemens ist der Hagioskop, der es Leprakranken ermöglichte, den Gottesdienst von außen zu sehen. Bischof Benno II. Wurde in St. Clemens, der Klosterkirche, begraben.

Um 1100 wurde das Schloss nach einem großen Brand in Osnabrück zur Residenz der Bischöfe von Osnabrück. Diese Periode endete, als Ernest Augustus, Kurfürst von Hannover & Herzog von Braunschweig-Lüneburg, und der evangelische Fürstbischof von Osnabrück in Osnabrück ein Barockschloss errichteten, zu dem er und seine Familie 1673 zogen Die Iburg, also der Komplex aus Burg und Kloster, hat seit dem 17. Jahrhundert zwei protestantische und katholische Kirchen. 1668 wurde Sophia Charlotte von Hannover, die einzige Tochter von Ernest Augustus und seiner Frau Sophia von der Pfalz, in Schloss Iburg geboren. Sie wurde die erste Königin von Preußen. Von besonderer Bedeutung ist der Rittersaal des Schlosses. Die Decke in Pseudo-Architektur wurde von Andrea Alovisii bemalt.

Das Kloster hat ein Barockgebäude, das von Johann Conrad Schlaun in der Zeit von Abt Adolph Hane (1706–1768) entworfen wurde. Das Kloster war bis 1803 in Betrieb, als es durch den Reichsdeputationshauptschluss säkularisierte.

Im Jahr 1534 war Bad Iburg in den Aufstand von Münster verwickelt, als sechs Anabaptisten auf dem Weg von Münster nach Osnabrück gefangen genommen und im achteckigen Turm des Bennoturms eingesperrt wurden. Fünf von ihnen starben während der Folter oder wurden hingerichtet. der sechste wurde freigelassen, nachdem er die Pläne von Johann Bockelson, dem Anabaptistenführer, verraten hatte.

1910 erregte der Absturz des Zeppelins LZ7 Deutschland bei Bad Iburg internationale Aufmerksamkeit. Das Luftschiff hatte am 19. Juni 1910 seine Jungfernfahrt unternommen und war neun Tage später auf einer Vergnügungsreise, um den Zeppelin populär zu machen. An Bord befanden sich 19 Journalisten, darunter zwei Reporter bekannter britischer Zeitungen. Bei schlechtem Wetter entschied sich die Crew, über den Teutoburger Wald nach Osnabrück zu fahren. Das Luftschiff stürzte am 28. Juni 1910 kurz nach 17 Uhr auf den Limberg. Niemand wurde verletzt.

Nach dem Absturz wurde auf dem Limberg ein Denkmal mit einem Porträt des Grafen Ferdinand von Zeppelin errichtet. Die Inschrift lautet Trotzdem vorwärts.

Am 18. Januar 1962 stürzte ein Flugzeug der britischen Royal Air Force auf dem Hügel des Dörenbergs ab. Die beiden 24- und 26-jährigen Piloten starben. Am Dörenberg steht ein Denkmal zur Erinnerung an den Unfall.

Der Rittersaal des Schlosses, Gemälde von Andrea Alovisii

Barockkloster von Johann Conrad Schlaun

Bennoturm im Schloss, in dem Täufer gefangen waren

Denkmal am Limberg zum Gedenken an den Absturz von LZ7

Bürgermeister

Annette Niermann (Alliance 90 / Die Grünen) wurde 2014 zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Sie ist die Nachfolgerin von Drago Jurak.

Museen

In Bad Iburg gibt es drei Museen, das Schlossmuseum mit Münzkabinett, das Schlossmuseum mit Numismatikabteilung, das Uhrenmuseum und das Averbecks Speicher, ein Heimatmuseum im ehemaligen Bauernhaus in Glane.

Museum Averbecks Speicher

Uhrenmuseum

Kirchen

Die Fleckenskirche St. Nikolaus stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die römisch-katholische Kirche ist die älteste Hallenkirche im Stadtteil Osnabrück.

St. Jakobus der Ältere in Glane wurde 1904/1905 errichtet. Die römisch-katholische Kirche in neugotischer Architektur enthält eine Pietà aus dem Jahr 1420.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Bad_Iburg

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