Bad Kissingen

Landkreis Bad Kissingen, Unterfranken, Bayern, Deutschland

Land:
Staat:
Region:
Gemeinde:
Bad Kissingen
Bevölkerung:
21 102

Über Bad Kissingen

Bad Kissingen ist eine Kurstadt im bayerischen Unterfranken und Sitz des Landkreises Bad Kissingen. Sie liegt südlich der Rhön an der Fränkischen Saale und ist einer der Kurorte, der im 19. Jahrhundert als "Weltbad" bekannt wurde.

Geschichte

Die Stadt wurde erstmals im Jahr 801 als Chizzicha urkundlich erwähnt und war vor allem für ihre Mineralquellen bekannt, die bereits seit 823 erfasst wurden. Damals war Kissingen unter der Herrschaft des Klosters Fulda, später fiel es den Grafen von Henneberg zu und wurde im 14. Jahrhundert an die Bischöfe von Würzburg verkauft. Kissingen wurde 1279 erstmals als "Oppidum" (Stadt) erwähnt. Die Stadt entwickelte sich in den 1500er Jahren zu einem Kurort und verzeichnete 1520 ihren ersten offiziellen Badegast. 1814 wurde Kissingen ein Teil von Bayern. Die Stadt entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem modischen Ferienort und wurde unter Ludwig I. von Bayern erweitert. Zu den Gästen des Kurbades zählten zu dieser Zeit auch gekrönte Staatsoberhäupter wie Kaiserin Elisabeth von Österreich, Zar Alexander II. Von Russland und König Ludwig II. Von Bayern, der Kissingen 1883 das „Bad“ verlieh. Weitere bekannte Besucher des Resorts waren der Autor Leo Tolstoi, der Komponist Gioachino Rossini und der Künstler Adolph von Menzel.

Während des Mainfeldzuges des Österreich-Preußischen Krieges am 10. Juli 1866 war Kissingen Schauplatz eines heftigen Kampfes zwischen bayerischen und preußischen Truppen, der mit einem preußischen Sieg endete.

Reichskanzler Otto von Bismarck besuchte mehrmals die Kurorte von Kissingen und überlebte 1874 im Zuge des Kulturkampfs einen Attentat des katholischen Eduard Franz Ludwig Kullmann. 1877 wurde hier das Kissinger Diktat geschrieben, in dem Bismarck die Prinzipien seiner Außenpolitik erläuterte. Bismarcks ehemaliger Wohnsitz in Kissingen ist jetzt das Bismarck-Museum. Im Juni 1911 hatten der deutsche Staatssekretär Alfred von Kiderlen-Waechter und der französische Botschafter Jules Cambon in Bad Kissingen Verhandlungen über Marokko geführt, ohne eine Lösung zu finden. Das Scheitern der Verhandlungen führte zur Agadir-Krise.

Im 20. Jahrhundert veränderte sich die Kundschaft des Resorts, und die gewöhnlichen Leute ersetzten zunehmend den Adel als Gäste. Der Kurort erlitt 1945 eine Unterbrechung von einem Jahr, die einzige Schließung in seiner Geschichte.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die Manteuffel-Kaserne am östlichen Rand der Bad Kissinger Innenstadt vom deutschen Militär im Rahmen des Hitler-Programms zur Erweiterung der deutschen Wehrmacht errichtet. 1945 gelangte das amerikanische Militär friedlich in die Stadt und übernahm die Kaserne, die 1953 in Daley Barracks umbenannt wurde. Die Kaserne wurde in den 1990er Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geschlossen, als die amerikanischen Truppen abgezogen wurden.

Nach dem Krieg baute die Abteilung für soziale Sicherheit Kliniken in der Stadt. Eine Änderung der Gesundheitsgesetzgebung in den 1990er Jahren verringerte die Möglichkeiten deutscher Krankenversicherungsverträge zur Finanzierung von Kurbesuchen, was zu einem Arbeitsplatzabbau führte. Infolgedessen wurden Anstrengungen unternommen, um eine neue Art von Klientel anzuziehen. Dazu trug auch die EMNID-Umfrage bei, die Bad Kissingen zu Deutschlands bekanntestem Kurort ernannte.

Im Jahr 2015 wurden rund 1,5 Millionen Übernachtungen mit mehr als 238.000 Besuchern in der Stadt registriert. Mit der Eröffnung der KissSalis Therme im Februar 2004 erhielt Bad Kissingen ein Spa-Freizeitzentrum. Im Dezember 2004 wurde die Deutsch-Chinesische Fußballakademie in der Stadt eröffnet, in der das chinesische "08 Star Team" in Vorbereitung lebte und trainierte die Olympischen Spiele in Peking 2008.

Kissingen um 1850, noch mit Resten der mittelalterlichen Festung

Die Schlacht von Kissingen am 10. Juli 1866

Zar Alexander II. Von Russland (Mitte, mit Hut in der Hand) und König Ludwig II. Von Bayern im Jahre 1868

Eduard Kullmann (rechts) schießt 1874 auf Otto von Bismarck

Bad Kissingen mit seiner neuen Station (links), um 1875

Antrag auf Status des UNESCO-Weltkulturerbes

Bad Kissingen war im 19. und frühen 20. Jahrhundert eines der führenden Heilbäder, das auf Deutsch Weltbad genannt wird. Sie unterscheiden sich von anderen Kurorten hauptsächlich durch folgende Kriterien:

Unterhaltung: Das soziale Leben in einem "Weltbad" ist mindestens genauso wichtig wie die Kur oder noch mehr. Ein "Weltbad" bot den Spa-Gästen viele Möglichkeiten, ihre Freizeit zu verbringen, wie Bewegung und Sport, Ausflüge in die Umgebung, Theater und Konzert, Bibliothek und Spiele.

Gäste: Das "Weltbad" war für Gäste aus allen fünf Kontinenten attraktiv. Besondere Aufmerksamkeit galt den prominenten Besuchern, die vor allem aus dem Adel und der gehobenen Mittelklasse mehr Besucher anzogen.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Bad_Kissingen