Bad Lausick

Landkreis Leipzig, Sachsen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Bad Lausick
Bevölkerung:
8 233

Über Bad Lausick

Bad Lausick (townbaːt laʊzɪk]) ist eine Stadt im Bezirk Leipzig im Freistaat Sachsen. Es liegt 12 km südwestlich von Grimma und 29 km südöstlich von Leipzig.

Geschichte

Mittelalter bis 18. Jahrhundert

1096 wurde Bad Lausick erstmals als Luzke erwähnt. In späteren Dokumenten wurden die Namen Luzic (1181), Luzich (1219) und Lußigk (1414) verwendet. 1497 wurde der Ort zum ersten Mal als Laussigk beschrieben.

1106 begann der Bau der St. Kilian-Kirche unter der Aufsicht des Klosters Pegau, das wie die Kirche von Wiprecht von Groitzsch gegründet worden war. Es ist bekannt als die älteste erhaltene Kirche in Sachsen. Im Jahr 1158 wurde Luzeche als befestigter Ort mit Marktrechten erwähnt. Nach dem Vertrag von Leipzig wurde Laussigk Teil des Herzogtums Sachsen-Wittenberg.

Eine Schule begann 1529 mit der Arbeit. 1605 erhielt der Ort Stadtrechte, wurde jedoch im selben Jahr bei einem Brand zerstört. Weitere Brände, die größere Schäden verursachten, ereigneten sich 1649, 1667, 1693 und 1719. Während des Dreißigjährigen Krieges verursachte die Pest 1633 den Tod des größeren Teils der Bevölkerung 1739 wurden das alte Rathaus und der heutige Kirchturm errichtet. Ein Ernteausfall im Jahr 1772 verursachte in der Stadt eine Hungersnot.

19. Jahrhundert

Der Braunkohlebergbau in der Nähe der Stadt begann 1813 und lieferte Brennstoff für Kalköfen. Im Zuge der Bergbaubetriebe wurde 1820 eine Heilquelle entdeckt. Ein Jahr später wurde der erste Kurort eröffnet, der nach seinem Gründer Hermannsbad benannt wurde. Im Jahr 1840 wurde eine neue Schule mit vier Klassenräumen und vier Lehrerquartieren für 500 Schüler errichtet. Das Jahr 1878 kann mit 36 Gruben und 20 Öfen allein in Köllsdorf als Höhepunkt der Braunkohlenbergbau- und Kalkverbrennungsindustrie angesehen werden. 1882 wurde das Heilbad von der Stadt erworben und der Textilhändler Johann Gottfried Becker gründete sein Geschäft im Stadtzentrum. 1886 wurde mit dem Bau der Bügerschule für 900 Schüler begonnen, und 1887 wurde die Bahnstrecke Leipzig – Geithain über Lausick eröffnet. Ein Brand im Rathaus von 1890 zerstörte einen großen Bestand an Dokumenten. 25 Filzbetriebe in der Stadt im Jahr 1890 bedeuteten die Blütezeit dieser Branche. Zu dieser Zeit gab es auch 11 Braunkohlenminen, fünf Kalköfen, 30 landwirtschaftliche Betriebe, 20 Bäcker, 25 Schuhmacher, 25 Schneider, 17 Weber, 10 Metzger und 43 andere Handwerksbetriebe sowie 23 Restaurants und Gasthäuser. Ab ca. 1895 entwickelte sich die Tonverarbeitung, aus der später die Silikatfabrik entstand. Ein neues Rathaus und ein Postamt wurden 1897 und ein Gericht 1898 erbaut.

20. Jahrhundert

Nach fast 100 Jahren Kurbetrieb wurde die Stadt 1913 mit dem Titel Bad Lausick ausgezeichnet. 1920 begann der Bau des östlichen Abschnitts der Borna-Großbothen-Eisenbahn, der sogenannten Querbahn. Der Kurort wurde 1928 modernisiert und Bad Lausick wurde zu einem beliebten Kurort. Im Jahr 1935 wurden Reichersdorf und Heinersdorf in die Stadt eingemeindet. Der westliche Teil der Borna-Großbothen-Eisenbahnlinie wurde 1937 eröffnet und ermöglichte die Durchführung von Zügen ab Oktober dieses Jahres. Von 1939 bis 1945 operierte ein Wehrmachtsspital auf dem Gelände von Hermannsbad. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt von Luftangriffen verschont und litt nicht unter Zerstörungen. Die Querbahn-Eisenbahnlinie wurde 1948 wegen Kriegsreparaturen demontiert.

Ab 1951 gehörte Bad Lausick zum Bezirk Geithain und wurde Sitz des Landgerichts. 1956 wurde auf dem Marktplatz ein Landwarenhaus eröffnet, und 1957 wurde der romanische Charakter der St. Kilian-Kirche restauriert. Gleichzeitig wurde eine von Johann Gottlob Trampeli erweiterte Silbermann-Orgel von 1722 in die Kirche eingebaut. Auf der Grundlage eines Dokuments von Kaiser Friedrich Barbarossa feierte die Stadt 1958 ihr 800-jähriges Bestehen. Bis 1962 wurde der Kurort erneut modernisiert und wurde 1972 zu einem Spezialsanatorium für Herz- und Kreislaufstörungen. insbesondere die Hausschuhfabrik und die Mühlenwerke. Die Schule wurde 1967/68 erweitert. 1976 schlossen sich die landwirtschaftlichen Genossenschaften Bad Lausick, Ballendorf, Buchheim und Ebersbach zusammen. Die Silikatfabrik wurde zwischen 1979 und 1988 modernisiert und erweitert, und 1988 wurde der Bau eines neuen Stadtviertels als großes öffentliches Wohnprojekt begonnen.

Demonstrationen, runde Tische und Ratsversammlungen während der politischen Wende in der DDR führten zur Aufnahme von Mitgliedern des Neuen Forums und von Sozialdemokraten in den Stadtrat. 1990 wurde Bad Lausick eine Partnerschaft mit Baunach in Oberfranken. 1994 wurden Bad Lausick und seine Umgebung in den neuen Stadtteil Muldentalkreis verlegt.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Bad_Lausick

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