Bad Urach

Landkreis Reutlingen, Tübingen Region, Baden-Württemberg, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Bad Urach
Bevölkerung:
11 828

Über Bad Urach

Bad Urach ist eine Stadt im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Es liegt 14 km östlich von Reutlingen am Fuße der Schwäbischen Alb (auf Englisch Schwäbische Alpen) und ist bekannt für sein Kur- und Heilbad.

Nachbargemeinden

Die folgenden Städte grenzen an Urach und gehören ebenfalls zum Landkreis Reutlingen. Im Uhrzeigersinn von Norden her sind: Hülben, Grabenstetten, Römerstein, Gutsbezirk Münsingen, Münsingen, St. Johann und Dettingen an der Erms.

Bad Urach besteht aus den Bezirken Hengen (687,01 ha; 854 Einwohner, Stand 31. Dezember 2005), Seeburg (220,65 ha; 302 Einwohner), Sirchingen (481,78 ha; 1031 Einwohner), Bad Urach (2797, 89 ha, 9289 Einwohner) und Wittlingen (1362,24 ha; 1112 Einwohner). Mit Ausnahme des Stadtteils Bad Urach bilden die Stadtteile gleichzeitig Dörfer im Sinne der baden-württembergischen Stadtordnung.

In Urach befindet sich das Gut Güterstein. Zu den Ortsteilen Hengen und Sirchingen zählen jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Seeburg umfasst das Dorf Seeburg, Schloss und Hof und das Dorf Wittlingen, das Gehöft Hohenwittlingen und die einzelnen Häuser Georgenau, die Pumpstation Ermsgruppe XIII, einschließlich Front Albgruppe, Schanz und Villa Mühleisen. Im Hengenviertel befindet sich das Schloss Gardena. Im Ortsteil Bad Urach liegen die Ortschaften Berg, Gyrenbad, Merzhausen, Hausen, Sontheim und Weiler, im Ortsteil Wittlingen die Ortschaften Henni-Brunnen, Hofstetten und Winneden sowie die Burg Baldeck.

Geschichte

In der frühen Steinzeit war die Alb bereits besiedelt, und mehrere Höhlen in der Umgebung zeigen, dass sie den Bewohnern Schutz bieten.

In der alemannischen Zeit hatte Bad Urach eine wichtige Burg. Aufgrund seiner erstklassigen Lage auf einem Hügel über dem Ermtal wurde die Burg Hohenurach um 1025 erbaut. Im Mittelalter wurde Bad Urach (damals nur Urach genannt) zu einem Kraftzentrum. Die Burg wurde im späten Mittelalter ein Staatsgefängnis; Der Dichter Philipp Nikodemus Frischlin starb im Jahre 1590, als er versuchte, über seine Mauern zu fliehen. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung von der Bürgerschaft niedergerissen.

Um 1260 wurde Urach Teil von Württemberg. Fast 100 Jahre später, zur Zeit der Teilung Württembergs, wurde der Süden der Region von Urach aus gesteuert, der sogenannten "geheimen Hauptstadt", die von 1442 bis 1482 das Wohnhaus der württembergischen Herzöge war. Graf Eberhard Der Bärtige wurde 1445 hier geboren und kehrte sein ganzes Leben lang dorthin zurück. In den folgenden Jahrhunderten florierte die Stadt und wurde zu einem Zentrum des Webens. Sie ist während eines Krieges vor schwerem Schaden geschützt und befindet sich somit in ausgezeichnetem historischen Zustand.

Im Jahr 1867 wurde ein Cousin des Königs von Württemberg zum Herzog von Urach ernannt, der jedoch 21 Kilometer entfernt auf Schloss Lichtenstein lebte.

Seit 1985 ist die Stadt ein staatlich anerkannter Kurort.

Geologie

Der Vulkan Urach

Vor einigen Millionen Jahren war das Gebiet aktiv vulkanisch.

Aufgrund einer Anomalie im Untergrund verfügt die Stadt über eine Thermalquelle mit 61 ° C warmem Wasser. Die Quelle wurde entwickelt, um einen Spa-Betrieb und mineralische Thermalbäder zu bedienen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde ein Geothermieprojekt zur Entwicklung von Stromerzeugung und Heizung in der Stadt gestartet. Das Projekt ist im Jahr 2004 wegen unzureichender Finanzierung gescheitert.

Sehenswürdigkeiten

Bad Urach besitzt einen spätmittelalterlichen Marktplatz mit einem Rathaus und Fachwerkhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Das Residenzschloss, das Wohnhaus der Grafen von Württemberg-Urach, in dem Eberhard der Bärtige geboren wurde, beherbergt Räume aus der Gotik, der Renaissance und dem Barock. Besonders sehenswert ist der Goldene Saal, einer der schönsten Renaissance-Räume Deutschlands.

Die Kirche von Saint Amandus stammt aus dem Jahr 1477 und wurde im gotischen Stil für Eberhard der Bärtige erbaut. Sein aufwendiges Gebetstisch stammt aus dem Jahr 1472. Die Kanzel ist mit Heiligen- und Kirchenvätern verziert und gilt als wichtiges Stück deutscher Steinmetzarbeit. Das Taufbecken von 1518 stammt vom Bildhauer Christoph von Urach.

Interessant sind auch die Ruinen der alten Burg (Schloss Hohenurach) und der Wasserfall (Uracher Wasserfall) auf dem Wanderweg. Der "Runder Berg", ein ehemaliger Vulkan, ist von archäologischem Interesse und zeigt eine alte Alemanni-Burg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Transport

Die Bundesstraße 28 führt durch die Stadt und verbindet sie mit Reutlingen und Tübingen nach Westen und mit Ulm nach Osten. Die B 465 führt von Bad Urach nach Ehingen und Biberach.

Die Ermser Talbahn verbindet Bad Urach mit Metzingen, es besteht Anschluss an die Bahnstrecke Plochingen-Tübingen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) garantiert. Die Stadt befindet sich im Kamm 221.

Gericht, Behörden und Körperschaften

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Bad_Urach

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