Bad Wilsnack

Landkreis Prignitz, Brandenburg, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Bad Wilsnack
Bevölkerung:
2 612

Über Bad Wilsnack

Bad Wilsnack ist eine Kleinstadt im brandenburgischen Prignitz. Der ehemalige Wallfahrtsort des Heiligen Blutes von Wilsnack ist seit 1929 offiziell als Kurort (Bad) anerkannt. Er ist Verwaltungssitz des Amtes Bad Wilsnack / Weisen.

Erdkunde

Die Stadt liegt in der historischen Region Prignitz im Nordwesten Brandenburgs, etwa auf halber Strecke zwischen Berlin und Hamburg. Es liegt am Fluss Karthane, der im nahe gelegenen Wittenberge in die Elbe mündet. Ein paar Kilometer südlich liegt der Zusammenfluss von Havel und Elbe. Die Nachbargemeinde Rühstädt ist bekannt für ihre vielen ansässigen Weißstörche.

Der Bahnhof Bad Wilsnack ist eine Haltestelle der Berlin-Hamburg-Bahn. Das Stadtbild ist geprägt von der großen St.-Nikolaus-Kirche des Heiligen Blutes und mehreren Fachwerkhäusern.

Geschichte

Wilsnack in der Markgrafschaft Brandenburg wurde erstmals 1384 erwähnt. Die Stadt wurde zum Pilgerziel, nachdem sie am 15. August 1383 bei einem Überfall des mecklenburgischen Kapitäns und Räuberbarons Heinrich von Bülow gegen das Bistum Havelberg niedergebrannt wurde. Es wurde geglaubt, dass nach dem Feuer einige Wirte gefunden worden waren, die überlebt hatten, aber den Anschein hatten, dass sie bluteten. Das Heilige Blut von Wilsnack wurde bestätigt, als der Havelberger Bischof Dietrich Man die Hosts als Vorsichtsmaßnahme weihte und der zentrale, nach späteren Berichten, mit Blut überflutet war. Reformer wie Jan Hus und Nicholas von Cusa entmutigten später die Pilgerfahrt nach Wilsnack, hinterfragten die Natur dieser Wundermacher und vermuteten Betrug.

Die Wallfahrt führte von der Berliner Marienkirche nach Wilsnack. Zahlreiche Pilger, darunter Kurfürst Friedrich II. Von Brandenburg, gingen in die wiederaufgebaute Stadt, um die wundersamen Gastgeber zu sehen; Ihre Einnahmen ermöglichten es den Bürgern, die große St.-Nikolaus-Kirche für ihre Anbetung zu errichten, ein größeres Gebäude, als es sonst in der Gemeinde nötig wäre. Die Pilger, die nach Wilsnack gingen, kauften Zinnschmuckstücke, um anzuzeigen, dass sie das Gelände erreicht hatten. Diese Embleme hatten oft die Form von drei miteinander verbundenen Hosts. In zahlreichen mittelalterlichen Gemälden sind die Jetons in archäologischen Ausgrabungen aus der Gegend aufgetaucht. Die Zahl der Pilger sollte mit denen von Santiago de Compostela in Spanien konkurrieren. Trotz der Kontroversen dauerte die Wallfahrt bis 1552, als die Gastgeber während der protestantischen Reformation zerstört wurden.

Die Geschichte der blutenden Wirte wurde in einer Reihe von Holzschnitten aus dem Mittelalter dargestellt. Die Stadt nutzte das Bild für Notgeld, das sie während der Hyperinflationskrise der 1920er Jahre (Notgeld) gedruckt und ausgegeben hatte.

Demographie

Gemeinderat

Wahlen fanden 2014 statt:

6 Sitze: FDP

5 Sitze: CDU

2 Sitze: SPD

1 Sitz: Unabhängige Wählergemeinschaft Grube

Söhne und Töchter der Stadt

Wilhelm Harnisch (1787–1864), Theologe und Pädagoge

Otto Reincke (1830-1906), Jurist, (Reichsgerichtsrat)

Christoph Lütgert (* 1945), Journalist und Autor

Einzelpersonen mit der Stadt verbunden

Karl Saur (um 1901 - 1978), Ingenieur und ehemaliger Bürgermeister von Bad Wilsnack

Hugo Spieler (1854–1922), Bildhauer

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Bad_Wilsnack

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