Becherbach bei Kirn

Landkreis Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Becherbach bei Kirn
Bevölkerung:
395

Über Becherbach bei Kirn

Becherbach bei Kirn ist eine Ortsgemeinde - eine Gemeinde, die zu einer Verbandsgemeinde gehört, einer Art Kollektivgemeinde - im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Kreuznach. Es gehört zur Verbandsgemeinde von Kirn-Land, deren Sitz sich in der Stadt Kirn befindet, obwohl diese außerhalb der Verbandsgemeinde liegt. Becherbach bei Kirn sollte nicht mit Becherbach verwechselt werden. Becherbach bei Kirn trägt seit dem 1. Juli 1969 den Tag „bei Kirn“, zu dem sich beide Gemeinden infolge von Verwaltungsreformen im selben Bezirk befanden.

Erdkunde

Ort

Becherbach bei Kirn liegt am Großbach im nordpfälzischen Mittelgebirge zwischen Nahe und Glan.

Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn von Norden, Becherbach bei Kirns Nachbarn sind die Gemeinde Heimweiler, die Gemeinde Limbach, die Gemeinde Otzweiler (alle im Bezirk Bad Kreuznach) und die Gemeinde Schmidthachenbach (im Bezirk Birkenfeld).

Geschichte

Antike

In den Grenzen von Becherbach wurden archäologische Funde gefunden, die von einer Besiedlung hier in der Römerzeit zeugen.

Mittelalter

Becherbach war auf einer Handelsstraße gelegen, die das Kirner Gebiet mit dem Glan-Tal verband. Im Mittelalter war Becherbach Verwaltungssitz und Gerichtsstand für eine Reihe von Dörfern in der Umgebung. Zum Hof von Becherbach gehörten die Dörfer Becherbach, Krebsweiler, Heimberg, Limbach, Otzweiler, Schmidthachenbach und Thal, ein Weiler mit vier Haushalten im Jahre 1599, dessen Bewohner besondere Privilegien genossen. Dieser Ort ist seitdem verschwunden, und es ist jetzt ungewiss, wo er lag. Als mögliche Orte dafür benannt wurde ein Platz in der Nähe von Schloss Naumburg und ein Ort zwischen Otzweiler und Becherbach. Der Unteramtsbezirk von Becherbach war Teil des Amtes von Naumburg, das sich aus den Gerichten von Bärenbach, Martin-Weierbach, Oberhachenbach, Oberreidenbach, Löllbach und natürlich Becherbach zusammensetzte. Dieses Amt von Naumburg wurde von den Raugraves, einer Nebenerwerbung der Waldgrafen, an die Grafen von Sponheim-Kreuznach (erste Hälfte 1349) und dann gegen Ende des 14. Jahrhunderts abgetreten. Amtssitz des Amtes war Schloss Naumburg bei Bärenbach, das 1146 zusammen mit seinem Besitzer, Raugrave Emich, erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Moderne Zeiten

Bei der Teilung der Grafschaft Sponheim im Jahre 1706 wurde das Amt Naumburg dem badischen Teil zugeteilt, das dann das Oberamt von Naumburg bildete, und 1776 wurde der Amtssitz nach Herrstein verlegt. Aus wirtschaftlicher Sicht wandten sich die Einwohner des Amtes Naumburg in Richtung Kirn, wo sie, wie ein Rekord aus dem Jahr 1579 belegt, eine Zollhafer-Gebühr zahlen mussten, um in den Markt zu gelangen. Dies war eine Art "Umsatzsteuer", die von den Ganerben von Steinkallenfels erhoben wurde. Der Gerichtsbezirk Becherbach war ebenfalls eine Gemeinde, deren Mutterkirche in Becherbach stand. Erst 1820 gelangte Schmidthachenbach in die Pfarrgemeinde Sien. Die kirchliche Struktur wurde von 1345 bis 1606 von den Herren von Oberstein und später von den Herren von Löwenstein und den Herren von Schmidtburg definiert. 1785 hatte Becherbach 45 Häuser mit 46 Familien. Einige Häuser hatten Obergeschosse.

Nach der Eroberung durch französische Revolutionstruppen gingen die Dörfer des ehemaligen Amtes von Naumburg ab 1794 an die französische Hegemonie über. Becherbach verlor zeitweilig seine Funktion als Amtssitz und gehörte ab 1801 oder 1802 der Mairie von Schmidthachenbach . Dazu gehörten auch Otzweiler, Limbach, Heimberg, Krebsweiler und Bärenbach. Nach dem Ende der französischen Herrschaft war das Gebiet ab 1814 zunächst einer gemeinsamen bayerisch-österreichischen Übergangsverwaltung unterworfen, die im folgenden Jahr jedoch preußisch wurde, bevor es 1816 oder 1817 in der Landgrafschaft Hessen-Homburg endete. Becherbach wurde nun wieder Sitz einer Oberbürgermeistergemeinde als sogenannte Oberschultheißerei im Hessen-Homburg-Oberamt von Meisenheim. Nach dem Aussterben des Hauses Hessen-Homburg ging die Landgrafschaft 1866 durch Erbschaft zunächst an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt, dann aber erst ein halbes Jahr später schließlich an Preußen über. Mit der Gründung des preußischen Bezirks Meisenheim im Jahr 1869 wurde die Bürgermeisterei von Becherbach um die bis 1940 bestehenden Hoppstädten und Hundsbach erweitert. 1932 wurde der Stadtteil Meisenheim aufgelöst und mit dem Bad verschmolzen Bezirk Kreuznach. Die Auflösung des Amtes von Becherbach und seine Übertragung an das Amt von Kirn-Land erfolgte 1940. Seit 1969 oder 1970 gehört das Dorf, heute eine Ortsgemeinde, zur Verbandsgemeinde von Kirn-Land.

Jüdische Geschichte

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Becherbach_bei_Kirn

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