Beilstein

Landkreis Heilbronn, Regierungsbezirk Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Beilstein
Bevölkerung:
6 044

Über Beilstein

Beilstein (help · info) ist eine Stadt im süddeutschen Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg. Es ist 14 Kilometer südöstlich von Heilbronn. Beilstein liegt an der württembergischen Weinstraße (Württemberger Weinstraße).

Erdkunde

Beilstein liegt im Süden des Landkreises Heilbronn. Die Stadt wird vom Söhlbach, einem Nebenfluss der Bottwar, durchquert. Das Gemeindeland Beilstein umfasst weite Teile des Löwensteingebirges. Der Annasee See ist in der Nähe.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden und Gemeinden von Beilstein sind (im Uhrzeigersinn von Süden): Oberstenfeld, Großbottwar (beide im Bezirk Ludwigsburg), Ilsfeld, Abstatt, Lauffen am Neckar (Ausnahme Etzlenswenden), Löwenstein (alle im Bezirk Heilbronn) und Spiegelberg ( Rems-Murr-Kreis). Das Dorf Farnersberg ist eine Exklave zwischen Untergruppenbach im Norden und Lauffenens Exklave Stadtwald Etzlenswenden im Süden. Beilstein hat sich mit Abstatt, Ilsfeld und Untergruppenbach zu einem gemeinsamen Verwaltungsverband namens Schozach-Bottwartal zusammengeschlossen.

Stadtstruktur

Neben der Stadt selbst besteht Beilstein aus den Dörfern Hohenbeilstein und Schmidhausen. Zu Beilstein gehören auch die Weiler Etzlenswenden, Farnersberg und Stocksberg. Der benachbarte Stocksberg ist der höchste der Löwensteingebirge, gehört jedoch nicht zum Gemeindeland Beilstein. Es gibt auch die Weiler Söhlbach, Obere Öhlmühle, Steinberg und Untere Ölmühle. Die Weiler Billensbach, Gagernberg, Jettenbach, Kaisersbach, Klingen und Maad gehören zu Schmidhausen.

Geschichte

Gründung im Mittelalter

Beilstein entwickelte sich im Mittelalter neben der Burg Hohenbeilstein, die um 1080 erbaut wurde. Nachdem die Burg 1234 an die Markgrafen von Baden übergeben worden war, wurde die Siedlung zwischen 1250 und 1288 in den Status einer Stadt erhoben und wurde erstmals im Jahr 1304 erwähnt Seitdem hat es mehrmals die Oberherrschaft gewechselt. Ulrich IV. Und Eberhard II. Übergaben die Stadt an Kaiser Karl IV., Der sie als Lehen zurückgab. Danach kehrte der Lehen bis zum 18. Jahrhundert zum nächsten Kaiser zurück oder zählte vor jeder Amtsübernahme.

Beilstein war auch eine Büro- und Wohnstadt der Vogt. Im 14. Jahrhundert wurde es ummauert. Die Reformation kam um 1534–35 in die Stadt, und dort wurde 1540 eine Lateinschule gegründet.

Dreißigjähriger Krieg

Der dreißigjährige Krieg zwischen Katholiken und Protestanten forderte viele Opfer durch Kriegshandlungen, Epidemien und Hungersnöte. 1622 wurde die Schlacht von Wimpfen in der Nähe von Beilstein ausgetragen.

Erste Beschwerden fanden statt, als 1623 Soldaten in der Stadt untergebracht wurden. Viele Pferde wurden gestohlen. Bayerische Soldaten besetzten Handelsrouten nach Heilbronn und Schwäbisch Hall, so dass bei einem großen Ernteausfall keine Möglichkeit bestand, Getreide zu kaufen. 1628 gab es weitere Verluste durch die Invasion von Wallensteins Truppen, die 1629 65 Scheffel Getreide forderten.

Die Schlacht bei Nördlingen hat zu vielen Krankheiten geführt. Eberhard III. Floh nach Straßburg, so dass siegreiche kaiserliche Truppen geplündert und viele Städte und Dörfer niedergebrannt haben. Weiterer Anstieg der Preise, des Hungers und der Epidemien führte dazu. Krankenpflege, monatliche Erfordernisse, der Bau eines Soldatenkrankenhauses und die Unterbringung von Soldaten verarmen die Bevölkerung. Die Einwohnerzahl Beilsteins ging so weit zurück, dass 1641 nur noch 39 Häuser bewohnbar waren.

Schließlich beendete der Westfälische Frieden von 1648 ein Vierteljahrhundert Leiden. Die Menschen konnten ihre Dörfer, Felder und Weinberge wieder aufbauen. Die Zahl der bewohnbaren Häuser stieg von 39 in 1641 auf 117 in 1655.

Neunjähriger Krieg

Während des Neunjährigen Krieges kam es nach 1688 zu mehreren Invasionen französischer Truppen. Einmal konnten die Franzosen nach Lauffen vorrücken, wo württembergische Truppen sie schlugen und zurückwiesen. Während der zweiten Invasion zerstörten die Franzosen Marbach und rückten nach Großbottwar, Oberstenfeld, Beilstein und Auenstein vor. Beilstein wurde fast vollständig niedergebrannt: 105 Häuser, 30 Scheunen und das Rathaus wurden zerstört. In den folgenden drei Jahrzehnten wurde die Stadt nach Plänen des Architekten Matthias Weiß von 1693 wieder aufgebaut.

Beilstein im 19. Jahrhundert

Nach einer Neuordnung der württembergischen Abteilungen war Beilstein zwischen 1803 und 1806 Sitz des Oberamtes Beilstein. Vier Jahre später wurde er jedoch mit dem Oberamt Marbach zusammengelegt. Diese wurde 1938 Teil des Stadtteils Heilbronn. Um 1840 begann die Stadt, die Stadttore niederzureißen und zu expandieren. Weitere Armut führte zu einem Bevölkerungsrückgang. Viele Menschen zogen in größere Städte oder emigrierten. Zwischen 1851 und 1860 wanderten 67 Menschen aus.

Die Bottwartalbahn wurde zwischen 1894 und 1900 schrittweise eröffnet und führte zu einem gewissen Aufschwung zu Dörfern entlang der Eisenbahnstrecke. Die Besiedlung der Industrie blieb jedoch rückläufig. In den Jahren 1907/08 wurde eine öffentliche Wasserversorgung installiert. 1911 erfolgte eine Verbindung zum Kraftwerk Pleidelsheim und Beihingen.

Zeit des Nationalsozialismus

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Beilstein%2C_W%C3%BCrttemberg