Belzig

Landkreis Potsdam-Mittelmark, Brandenburg, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Belzig
Bevölkerung:
11 119

Über Belzig

Bad Belzig ((Hilfe · Info)), auch bekannt als Belzig, ist eine historische Stadt in Brandenburg, Deutschland, etwa 70 km südwestlich von Berlin. Es ist die Hauptstadt des Bezirks Potsdam-Mittelmark.

Erdkunde

Bad Belzig liegt im Fläminghügelgebiet und mitten im Naturpark High Fläming. Die Ebenen nördlich der Stadt beherbergen eine der wenigen großen Trappenpopulationen in Deutschland.

Seit 2003, als 14 umliegende Dörfer in Bad Belzig eingegliedert wurden, einige davon freiwillig, andere durch brandenburgische Landtagsgesetzgebung, hat Bad Belzig eine Fläche von 234,83 km². Diese Dörfer wurden Ortsteile von Belzig:

Der Wald von Verlorenwasser bei Werbig umfasste die geographische Mitte Ostdeutschlands.

Geschichte

Eine slawische Festung von Belizi wurde erstmals 997 von Kaiser Otto III. Zugunsten des Erzbistums Magdeburg erwähnt. Ob sich diese Bezeichnung auf Bad Belzig oder die Nachbarstadt Beelitz bezieht, ist nicht abschließend geklärt. Trotzdem feierten beide Städte 1997 ihr 1000-jähriges Bestehen.

Die Stände waren jedoch bereits im slawischen Aufstand von 983 verloren und wurden erst 1153 von Albert dem Bären aus dem Hause Ascania wieder erobert. 1251 gehörten die Burg (Burg Eisenhardt) und die angrenzende Siedlung zu Albertes Nachfolger Herzog Albert I. zu Saxe-Wittenberg. Sie wurde jedoch von den Magdeburger Erzbischöfen beansprucht, deren Streitkräfte Belzig im Jahre 1406 verwüsteten Der hussitische General Prokop der Große, als er 1429 in Sachsen einmarschierte. Danach wurde er vom Kurfürst Ernst von Sachsen aus dem Hause Wettin zu einer Festung ausgebaut. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde es 1636 von den Truppen des schwedischen Kaiserreichs ergriffen, nachdem Kurfürst John George I. sich mit Kaiser Ferdinand II. Im Frieden von Prag verbündet hatte.

Die romanische Marienkirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut. Laut einer Inschrift im Schlussstein des Westeingangs predigte Martin Luther hier am 14. Januar 1530. Schloss Eisenhardt. Im Jahr 1702 erhielt Bad Belzig die Stadtprivilegien. Während des Krieges der Sechsten Koalition am 27. August 1813 wurden Soldaten des Französischen Reiches und Sachsens von preußischen und russischen Truppen in der Nähe des Dorfes Hagelberg angegriffen. Die Begegnung endete mit einer französischen Niederlage, während mehrere sächsische Einheiten zu den Preußen gingen. Nach der Schlussakte des Wiener Kongresses von 1815 wurde Bad Belzig an Preußen abgetreten und gehörte der Provinz Brandenburg an, nachdem es jahrhundertelang zum sächsischen Kurfürstentum gehörte.

1934 wurden in Bad Belzig Munitionswerke errichtet, darunter ein Arbeitslager mit etwa 1500 Zwangsarbeitern. In den Jahren 1936-1945 war Burg Eisenhardt der Standort der Reichsschule der Technischen Nothilfe. (Die Technische Nothilfe wurde im Mai 1945 abgeschafft, aber die Idee wurde 1950 von Otto Lummitzsch in Form des Technischen Hilfswerks wiederbelebt, das bis heute als eine der Säulen der deutschen Katastrophenschutzinfrastruktur gilt.) 1945 befand sich in der Nähe ein Unterlager des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück mit ca. 750 Häftlingen. In Bad Belzig befand sich auch ein großer Radiosender, der 1939 errichtet wurde. 1952 wurde die Stadt Hauptstadt des Bezirks Belzig und 1993 des neu geschaffenen Bezirks Potsdam-Mittelmark. 1995 wurde Bad Belzig der offizielle Titel eines Luftkurorts verliehen. Ab März 2010 wurde der Name der Stadt in "Bad Belzig" geändert.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung seit 1875 innerhalb der derzeitigen Grenzen (blaue Linie: Bevölkerung; gepunktete Linie: Vergleich zur Bevölkerungsentwicklung im Land Brandenburg; grauer Hintergrund: Zeit des Nazi-Deutschlands; roter Hintergrund: Zeit des kommunistischen Ostdeutschlands)

Jüngste Bevölkerungsentwicklung und Projektionen (Bevölkerungsentwicklung vor der Volkszählung 2011 (blaue Linie); aktuelle Bevölkerungsentwicklung nach der Volkszählung in Deutschland 2011 (blaue Grenzlinie); Projektion des Landes Brandenburg für 2005-2030 (gelbe Linie); Land Brandenburg für 2014-2030 (rote Linie); Projektion der Bertelsmann Stiftung für 2012-2030 (grüne Linie)

Politik

Bürgermeister

1990–2008: Peter Kiep (SPD)

2008–2016: Hannelore Klabunde-Quast (unabhängig)

seit 1. Dezember 2016: Roland Leisegang (unabhängig)

Peter Kiep konnte nur bis 2006 im Amt arbeiten. Er starb 2013.

Hannelore Klabunde-Quast wurde 2006 der Stellvertreter von Peter Kiep. Sie wurde 2008 zur Bürgermeisterin gewählt.

Roland Leisegang (Gründungsmitglied der Band Keimzeit) wurde 2016 mit 65,4% der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

Die Stadtverordnetenversammlung hat 22 Mitglieder. Die Wahlen von 2014 zeigten die folgenden Ergebnisse:

Sozialdemokraten (SPD): 6 Sitze

Linke Partei (Die Linke): 3 Sitze

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Bad_Belzig

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