Birstein

Main-Kinzig-Kreis, Regierungsbezirk Darmstadt, Hessen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Birstein
Bevölkerung:
6 274

Über Birstein

Birstein ist eine Gemeinde am nordöstlichen Rand des Main-Kinzig-Kreises in Hessen mit etwa 6.600 Einwohnern. Es war die Heimat des ehemaligen Fürstentums Isenburg-Birstein.

Erdkunde

Ort

Die Stadt liegt am südlichen Fuß der Vogelsberge. Aus diesem Grund und wegen der natürlichen Schönheit seiner Umgebung wird sie als "Perle des Vogelsbergs" bezeichnet.

Birstein hat zwei Abschnitte. Der nördliche Teil, bergauf vom Schloss, wird als "Oberberg" bezeichnet, während der südliche Teil, in dem sich die meisten Geschäfte und Gewerbebetriebe befinden, als "Unterberg" bezeichnet wird.

Nachbargemeinden

Im Norden grenzt Birstein an Grebenhain, das im Vogelsbergkreis liegt, und im Osten sind die Nachbarn Freiensteinau (ebenfalls im Vogelsbergkreis) und die Stadt Steinau an der Straße. Im Süden grenzt es an Bad Soden-Salmünster und die Gemeinde Brachttal, im Westen an Kefenrod und im Westen an die Stadt Gedern, beide im Wetteraukreis.

Unterteilung

Die Gemeinde besteht aus den Untergebieten Birstein, Bösgesäß I, Bösgesäß II, Fischborn, Hettersroth, Illnhausen, Kirchbracht. Lichenroth, Mauswinkel, Oberreichenbach, Birstein, Obersotzbach, Unterreichenbach, Untersotzbach, Völzberg, Wettges und Wüstwillenroth.

Die Trennung von Bösgesäß I (Preußisches Bösgesäß) und Bösgesäß II (Hessisches Bösgesäß) fand infolge des Wiener Kongresses statt. Der Bracht, der durch dieses Gebiet fließt, wurde als Grenze zwischen den beiden Ortschaften bezeichnet. Sie liegen etwa 100 Meter voneinander entfernt.

Geschichte

Der Palast in Birstein, ursprünglich ein befestigtes königliches Jagdschloss, wurde 1279 erstmals als Castrum Birsenstein erwähnt und gab der umliegenden Stadt seinen Namen. Der Name kommt von dem archaischen Verb "Birsen" (= "Birschen"), was bedeutet, mit spurenden Hunden zu jagen. Der Palast wurde mehrmals umgebaut und nahm zwischen 1764 und 1768 seine heutige Gestalt an. Es wird immer noch von Angehörigen der Isenburg-Birstein-Dynastie bewohnt, deren Vorfahr Heinrich II. Von Isenburg es im Rahmen seiner Heirat mit Adelheid von Hanau im Jahr 1332 erhielt.

1815 wurde das Fürstentum zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel aufgeteilt, und Birstein fiel an Kassel. Mit dem Sieg Preußens gegen Österreich im Jahr 1866 wurde Birstein bis zur deutschen Einheit 1875 Teil des Preußischen Reiches.

Birstein war, wie auch andere deutsche Regionen, vom Dreißigjährigen Krieg stark betroffen, am stärksten in den Jahren 1634 bis 1636. Sie wurde 1643 von schwedischen Soldaten besetzt. Am 7. September 1763 marschierte die französische Armee unter Jean-Baptiste Jourdan, die vier Tage zuvor in Würzburg besiegt worden war, auf ihrem Rückzug durch die Stadt.

Auch andere Ereignisse haben ihre Spuren hinterlassen. Am 21. Juli 1684 zerstörte das Feuer 17 Häuser, 18 Scheunen, 9 Viehställe und ein Backhaus im Oberberg, verschonte aber die nahegelegene Kirche und das Pfarrhaus. Ein weiterer Brand in Oberberg am 14. Juli 1744 zerstörte 23 Häuser. Am 27. Juni 1767 führte ein schrecklicher Hagelsturm zu einem jährlichen Gebetstag gegen Unwetter.

1590 wurde in Birstein eine Lateinschule gegründet. Es blieb über dreihundert Jahre in verschiedenen Formen und Orten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auch Mädchen zugelassen. Die Schule wurde 1939 geschlossen.

Birstein erlebte im Zweiten Weltkrieg Schäden, obwohl viele seiner jungen Männer als Soldaten getötet wurden. Es wurde nach dem Krieg von den Amerikanern besetzt und wurde schließlich Teil des Main-Kinzig-Kreises in Hessen in der neuen Bundesrepublik Deutschland. Es wurde 1963 zum offiziellen Luftkurort erklärt, was seine Attraktivität für Touristen erhöht. Die Vereinigung der verschiedenen Bezirksunterteilungen (siehe oben) fand 1971/74 statt und brachte die Gemeinde in ihre jetzige Form.

Religion

Ein Großteil der Bevölkerung des Großraums Birstein ist evangelisch (evangelisch-lutherisch). Neben den fünf evangelischen Kirchen gibt es derzeit eine römisch-katholische Kirche und andere Religionsgemeinschaften.

Ursprünglich römisch-katholisch, begann Birstein 1530 in Richtung Protestantismus, als der Minister Johannes Henkel in Unterreichenbach zugunsten Martin Luthers begann. 1544 trat Graf Reinhard von Isenburg, der Herrscher der Region, zum Protestantismus über. Am 7. August 1597 kündigte Graf Wolfgang Ernst I. von Isenburg den Umbau der Region an. Die 200 Jahre alte evangelische Kirche in Birstein wurde am 7. Januar 1913 niedergebrannt. Die heutige Kirche wurde an derselben Stelle errichtet und am 19. April 1914 eingeweiht.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Birstein

X