Bockau

Erzgebirgskreis, Sachsen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Bockau
Bevölkerung:
2 412

Über Bockau

Bockau ist eine Gemeinde im sächsischen Erzgebirgskreis im Freistaat Sachsen. Die Gemeinde ist bekannt für den Anbau und die Erforschung von Kräutern. Aufgrund seines jahrhundertealten Angelica-Anbaus, dessen Wurzeln in der Herstellung von Likören verwendet werden, ist Bockau auch lokal unter dem Spitznamen Wurzelbucke (Wurzel) bekannt.

Erdkunde

Ort

Der Ort liegt im westlichen Erzgebirge in einer geschützten Mulde in einem Seitental des Zwickauer Mulde-Tals und erstreckt sich bis zum Ochsenkopf bei Jägerhaus, einem 823 m hohen Berg.

Nachbargemeinden

An Bockau grenzend sind Aue, Lauter, Schwarzenberg, Sosa und Zschorlau.

Geschichte

Im späten 15. Jahrhundert sammelten die Bauern Heilkräuter aus Wiesen und Wäldern und handelten mit ihnen. Für die Kräutererkunde waren unter anderem Spignel, Liebstöckel, Angelika, Baldrian und Rhabarber wichtig. Aus den ätherischen Ölen der Wurzeln mischten sie Tinkturen, Essenzen und Pillen. Nicht zuletzt verbrannten sie Schnaps. Daraus entwickelte sich die Forschungseinrichtung. Später wurden Kräuter auf speziellen Feldern angebaut, sogar 1989 wurden Angelikapflanzen angebaut. Die Wurzeln wurden in mehrere europäische Länder und nach Übersee exportiert. Mit den Veränderungen im Ostblock blieben lokale Kräuterzüchter sich selbst und ihren Kräutern überlassen.

Eine lange Tradition drohte zu welken und zu sterben. Seither bauen viele in Bockau die Kräuter in ihren Gärten an und können nicht müde werden, über die medizinischen Eigenschaften der Angelikawurzeln zu berichten oder sie für ihre Gesundheit einzusetzen.

Im 16. Jahrhundert vom Großen Berggeschrey ins Erzgebirge gezogen (Silber-, Zinn-, Kobalt-, Weißerde- und Kiesbergbau), kamen viele Siedler aus dem Harz hierher und fanden ein neues Zuhause. Bockau erhielt den Status eines Bergbaugebiets, vergleichbar mit dem Status einer Bergbaustadt, obwohl Bockau eigentlich nicht als Stadt betrachtet wurde. Hier ließen sich auch Fachleute und Wissenschaftler nieder.

Im Jahre 1750 führte Gottlieb Lorenz die Vitriolsäure-Destillation in Bockau ein. Aus den in der Gegend abgebauten Kieserzen, wie Pyrit, die Schwefelsalze (Vitriol) liefern, entstand nach wochenlangem Erhitzen und "Kochen" in Steinkesseln konzentrierte Schwefelsäure, auch Vitriolsäure genannt. Dies wurde in der Medizin eingesetzt und war ein wichtiger Rohstoff sowohl für die anorganische als auch für die organische Chemie. Um 1760 gab es bereits 7 Vitriol-Anlagen in der Stadt, und 1812 gab es 24 Destillerien. Wichtige Nebenbedingungen für die Landwirte waren das Fällen von Bäumen, die Holzkohleherstellung und die Harzernte (dies wurde per Dekret auf einen als Harzweide bekannten Waldgebiet beschränkt), um weit verbreitete Waldschäden zu verhindern. ) und log fahren.

Sogar Kobalterz war ein Rohstoff für einen neuen Industriezweig. Dem aus Franken stammenden Peter Weidkammer gelang es 1520, daraus einen Farbstoff herzustellen. Erst nach rund 100 Jahren erlaubte der sächsische Kurfürst Johann Georg I. die Gründung mehrerer „Dyemills“. Erasmus Schindler erhielt 1649 die Genehmigung, eine der fünf großen Färbereien im Erzgebirge zu bauen.

Der aus dem Erz hergestellte blaue Farbstoff wurde zum Einfärben von Glas und Email, zur Keramikglasur und später zum Bemalen von Porzellan verwendet. Für die sächsische Wirtschaft war dieser Farbstoff ein wichtiger Exportartikel. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Aue-Adorf im Jahr 1875 gelang es den Bauarbeiten, den für Bockau vorgesehenen Bahnhof in unmittelbarer Nähe des Werks bauen zu lassen, wodurch die Transportbedingungen erheblich verbessert wurden. Als König Albert von Sachsen am 7. Juli 1880 die Gemeinde besuchte, wurde der Ruf der Fabrik gestärkt. Die Blütezeit der Bergbauindustrie erstreckte sich bis ins 19. Jahrhundert.

Selbst in Bockau hat der Dreißigjährige Krieg seinen Zorn geübt. 1632 wurde Bockau von Heinrich von Holks Truppen geplündert. Im Jahr 1633 starben 108 von 500 Einwohnern der Gemeinde durch die Pest. Die Schweden brachten viel Unglück in die Berge; allein 1640 wurden 6 Bockauer von ihnen ermordet.

Das Jahr 1678 war für Bockau ein sehr wichtiges Jahr, da es damals eine unabhängige Gemeinde wurde. Die barocke Kirche, die heute steht, wurde jedoch bereits 1637 geweiht.

1747 wurde Meister George (oder Georg) Körner Kirchenminister in Bockau. Er war Chronist und Sprachwissenschaftler sowie Gründer der Bockauer jährlichen Nachrichten. George Körners Arbeit lebt im Club Magister George Körner Gesellschaft e.V. im Körner Haus zusammen mit einem deutsch-tschechischen Begegnungszentrum.

Das 19. Jahrhundert brachte Bockau neue Arten des Lebensunterhalts, während die traditionelle Kräuterindustrie dank moderner Medizin und Pharmazie immer mehr auf der Strecke blieb. Das Korbflechten aus Fichtenschienen wurde zum Auswuchs der Schachtelherstellung.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Bockau

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