Boizenburg/ Elbe

Ludwigslust-Parchim, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Boizenburg/ Elbe
Bevölkerung:
10 169

Über Boizenburg/ Elbe

Boizenburg ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Es liegt am rechten Elbufer, 53 km westlich von Ludwigslust, 25 km nordöstlich von Lüneburg und 50 km östlich von Hamburg. Es ist Teil der Metropolregion Hamburg. Die historische Altstadt von Boizenburg erstreckt sich entlang der Elbe, verfügt über einen Hafen und bietet historische barocke Fachwerk- und Ziegelgebäude.

Nach dem Diktat der Jalta-Konferenz wurde Boizenburg nur wenige Kilometer hinter dem Umkreis des Eisernen Vorhangs, auch als "Innerdeutsche Grenze" bekannt, aufgestellt.

Geschichte

Der deutsche Name Boyceneburg wurde erstmals 1158 urkundlich erwähnt. Die Schriftform wurde in Boiceneburg (1171) und dann in Boizeneburg (1195) geändert. Der alte niederdeutsche Name für die Stadt und den Fluss (Boize) stammt wahrscheinlich aus dem slawischen Kriegsschiff (boj-burg = Kriegsschloss).

Boizenburg litt während des Dreißigjährigen Krieges und seine alte Burg wurde 1628 von schwedischen Truppen niedergebrannt. 1709 wurden die Kirche und 160 oder mehr mittelalterliche Wohnungen von einem Feuer verbrannt. Das Rathaus wurde 1712 wieder aufgebaut, und das Layout der Stadt wurde von preußischen Architekten aus Schwerin umgestaltet. Sie konzentrierten sich darauf, die Effizienz der Bewegung mit Feuerwiderstand, besseren sanitären Einrichtungen und dem öffentlichen Raum zu verbinden.

Während der Napoleonischen Kriege wurden 1807 französische Truppen in Boizenburg einquartiert. 1813 wurde in der Nähe von Boizenburg eine Schlacht mit der sich zurückziehenden französischen Armee geführt.

Von 1815 bis 1918 war Boizenburg Teil des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin. 1826 wurde eine Autobahn gebaut, die Hamburg, Berlin und später Boizenburg (Autobahn "B5") verband. Im Jahr 1846 wurde die Eisenbahnlinie zwischen Berlin und Hamburg gebaut. Boizenburg wurde auf dieser wichtigen Strecke mit einem eigenen Bahnhof aufgenommen.

Die 1793 gegründete Schiffswerft Lemmsche wurde 1852 hoch industrialisiert und produzierte viele Holz- und Stahlschiffe. Die Schiffbauer Thomsen & Co unterstützten die deutschen Kriegsanstrengungen im Zweiten Weltkrieg. 1973 reaktivierte die SED die Schiffsbauanlagen für die Herstellung kleinerer Binnenschiffe für die UdSSR. Nach der Privatisierung im Jahr 1989 wurde die Werft 1997 für Insolvenz erklärt. Heute sind in der alten Werft kleinere unabhängige Unternehmen tätig.

Die von Hans Duensing im Jahr 1903 gegründete Fliesenfabrik Boizenburg wurde 1937 zum größten Fliesenhersteller Europas. Nach ihrer Wiedererrichtung im Jahr 1991 bleibt sie einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. Künstlerische Eindrücke der in Boizenburg hergestellten Fliesenarbeiten - insbesondere im Jugendstil - finden Sie im Erstes Deutsches Fliesen Museum.

Während der kommunistischen DDR-Zeit wurden die Einwohner Boizenburgs von der Stasi streng überwacht. Viele, die als "politisch nicht vertrauenswürdig" eingestuft wurden, hatten ihr Eigentum während einer staatlich gesponserten Terrorkampagne mit dem Namen "Aktion Ungeziefer" konfiszieren lassen.

Besichtigung

Einer der Vorteile von Boizenburgs Isolation während des Kalten Krieges ist die unberührte Naturlandschaft des Elbtals, die sich nach Norden, Süden und Osten erstreckt. Ein Großteil der Architektur und Infrastruktur in der Altstadt blieb während des DDR-Regimes "vollkommen unberührt". Neben bedeutenden Restaurierungsprojekten haben neue Installationen, wie die moderne Neugestaltung des Hafens und die Erweiterung eines Topiary-Gartens, den Charme der Altstadt stark erhöht.

Einige bemerkenswerte Gebäude und Bauten in Ludwigslust-Parchim:

Alter Burggraben am Bollenberg

Schiffsmodell entlang des alten Burggrabens

Boizenburg Hafen mit Blick auf die Elbe und Schiffsbau Docks

Topiary-Garten

Topiary-Garten: Wasserschnecke

Blick auf den Ostflügel der St. Marienkirche

Mausoleum im Friedhof von Boizenburg

Pfad auf dem Friedhof von Boizenburg

Verschiedenes

Bis zum 30. April 1945 wurde in Boizenburg ein NS-Konzentrationslager errichtet. Das Lager war ein Außenlager des KZ Neuengamme.

Am 12. März 1953 wurde eine RAF Avro Lincoln nach Berlin von zwei VVS MiG-15 über Boizenburg abgeschossen.

Transport

Die Stadt liegt an der Berlin-Hamburg-Bahn.

Persönlichkeiten

Hermann Burmeister (1849–1935), Jurist, 40 Jahre (1879–1919) Bürgermeister von Boizenburg, seit 1922 Ehrenbürger

Söhne und Töchter

Georg Christian Benedict Ackermann (1763–1833), Theologe und Lehrer

Leonhard Adelt (1881–1945), Buchhändler, Schriftsteller und Journalist

Rüdiger Beckhaus (* 1955), Chemiker

Heinrich Laag (1892–1972), evangelischer Theologe

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Boizenburg

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