Breisach am Rhein

Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Regierungsbezirk Freiburg, Baden-Württemberg, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Breisach am Rhein
Bevölkerung:
14 218

Über Breisach am Rhein

Breisach (ehemals Altbreisach) ist eine Stadt mit etwa 16.500 Einwohnern. Sie liegt am Rhein im Rheintal, im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Baden-Württemberg, etwa auf halber Strecke zwischen Freiburg und Colmar - jeweils etwa 20 Kilometer entfernt 60 Kilometer nördlich von Basel in der Nähe des Kaiserstuhls. Eine Brücke führt über den Rhein nach Neuf-Brisach im Elsass.

Sein Name ist keltisch und bedeutet Wellenbrecher. Die Wurzel Breis kann auch im französischen Wort briser gefunden werden. Der Hügel, auf dem Breisach entstanden ist, befand sich - zumindest bei Überschwemmungen - mitten im Rhein, bis der Rhein im 19. Jahrhundert vom Ingenieur Johann Gottfried Tulla begradigt wurde und damit seine Woge brach.

Geschichte

Der Sitz eines keltischen Prinzen befand sich auf dem Hügel, auf dem Breisach gebaut wurde. Die Römer unterhielten auf Mons Brisiacus eine Hilfsburg (die aus dem keltischen Wort Brisger (Wasserbruch) stammt.

Die Staufer gründeten Breisach als Stadt im heutigen Sinne. Zu der Zeit gab es aber schon eine Siedlung mit einer Kirche. Eine Münze aus dem 11. Jahrhundert aus Breisach wurde im Sandur-Schatz gefunden.

Anfang des 13. Jahrhunderts begann der Bau des St. Stephansmünster, des Breisacher Doms. Breisach war im frühen 16. Jahrhundert eine bedeutende Festung des Heiligen Römischen Reiches. Am 7. Dezember 1638 eroberte Bernhard von Sachsen-Weimar, der von Frankreich bezuschusst wurde, die Stadt, die Ferdinand II. Und General Hans Heinrich IX. von Reinach hatte sich gut verteidigt und versucht, die Mitte eines neuen Territoriums zu schaffen. Nach seinem Tod 1639 übergab sein General das Territorium an Frankreich, das es als eigene Eroberung ansah. Im Westfälischen Frieden wurde Breisach 1648 de jure an Frankreich übergeben.

Ab 1670 wurde Breisach im Zuge der Wiedervereinigungspolitik in den französischen Staat integriert. Im Vertrag von Ryswick im Jahr 1697 wurde Breisach an das Heilige Römische Reich zurückgegeben, dann aber am 7. September 1703 von Marschall Tallard zu Beginn des spanischen Erbfolgekriegs wiedererobert. Durch den Vertrag von Rastatt am 7. März 1714 wurde Breisach wieder Teil des Reiches. Inzwischen gründete Frankreich am linken Rheinufer eine eigene Festung, Neuf-Brisach ("Neues Breisach"). Im Jahre 1790 gehörte Breisach zu Further Austria. In den revolutionären Kriegen von 1793 erlitt Breisach schwere Schäden und wurde 1805 dem de facto wiedererrichteten Staat Baden angeschlossen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden 85% von Breisach von der Artillerie der Alliierten zerstört, als die Alliierten den Rhein überquerten. Das St. Stephansmünster wurde ebenfalls schwer beschädigt.

Im Jahr 1969 wurde Breisach als Baustelle für ein Atomkraftwerk betrachtet. Stattdessen wurde Wyhl gewählt, wo das Bauvorhaben später wegen heftiger Opposition aufgegeben wurde.

Die nahe gelegenen Städte Hochstetten (1970), Gündlingen (1972), Niederrimsingen (1973) und Oberrimsingen (1975) sowie Grezhausen, die 1936 in Oberrimsingen eingemeindet worden waren, wurden alle in Breisach eingemeindet.

Politik

Nach den Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 wurden die Sitze im Gemeinderat wie folgt verteilt:

Wirtschaft und Infrastruktur

Transport

Breisach war bis 1945 der Grenzbahnhof der internationalen Eisenbahnlinie Freiburg – Colmar. Seit der Zerstörung der Eisenbahnbrücke über den Rhein im Zweiten Weltkrieg wurde der Eisenbahnverkehr auf die deutsche Seite des Flusses beschränkt. Die Breisgauer S-Bahn verbindet Breisach über Gottenheim über den restlichen Abschnitt der Strecke Freiburg – Colmar mit Freiburg, während die Kaiserstuhlbahn Breisach über Vogtsburg und Endingen mit Riegel verbindet.

Die Bundesstraße B 31 führt nach Lindau und die N 415 auf der französischen Seite verbindet Breisach mit Colmar.

Regionale Unternehmen

In Breisach befindet sich einer der größten Weinkeller Europas, der Badische Winzerkeller eG . Der Weinbau ist sowohl für die Wirtschaft von Breisach als auch für den Kaiserstuhl von großer Bedeutung.

Hauptsehenswürdigkeiten

Das Museum für Stadtgeschichte verfügt über eine beeindruckende Sammlung von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Das romanische St. Stephansmünster, der Dom in Breisach, besitzt einen spätgotischen Altar eines unbekannten Handwerkers (mit den Initialen H.L.) und Gemälde von Martin Schongauer, der auch der Namensgeber des Gymnasiums der Stadt ist.

Jüdische Geschichte

Die erste Dokumentation von Juden in der Stadt stammt aus dem Jahr 1301. Während des Schwarzen Todes im Jahr 1349 wurde die Gemeinde nach einer falschen Blutverleibung vernichtet und beschuldigte die Stadtjuden, die Stadtbrunnen vergiftet zu haben. Nach dem Pogrom kehrten die Juden bis 1424 in die Stadt zurück, als sie erneut vertrieben wurden.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Breisach

X