Burgau

Landkreis Günzburg, Schwaben, Bayern, Deutschland

Land:
Staat:
Region:
Gemeinde:
Burgau
Bevölkerung:
9 361

Über Burgau

Burgau ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Günzburg. Burgau liegt am Fluss Mindel und hat knapp 10.000 Einwohner.

Geschichte

Das Gebiet um Burgau gehörte ursprünglich zum Stammherzogtum Schwaben. Der Tod von Conradin und das daraus resultierende Aussterben der Hohenstaufen-Linie im Jahr 1268 führten zum Zusammenbruch der Integrität des Herzogtums und seiner Unterteilung in reichsfreie Länder, nachdem örtliche Adlige Widerstand gegen die Versuche des habsburgischen Heiligen Römischen Kaisers Rudolph unternommen hatten, das Herzogtum anzunehmen. Die Herren von Burgau wurden erstmals 1147 als Herren von Burguo urkundlich erwähnt. Burgau wurde 1212 zu einer Markgrafschaft erhoben.

Mit dem Tod von Markgraf Heinrich III. Im Jahr 1301 starb die Markgrafschaftslinie aus und das Imperium forderte das Lehen. Albert I. von Deutschland übertrug die Feudalrechte auf seine beiden Söhne, wodurch das Gebiet dauerhaft zu den Habsburgern gehörte, wobei die Witwe von Heinrich III. Allodialrechte erwarb. Es wurden vier verschiedene Titel vergeben: Allodialrechte, Reichslehen, Grundherrschaft und Vormundschaft (Vogtei, meist als Bailiwick übersetzt).

Die Lage des Schlosses führte zu latenten Spannungen mit den bayerischen Wittelsbachern, die die Markgrafschaft begehrten, um ihr Territorium abzurunden. Ihr Versuch, das Gebiet 1418 zu erwerben, wurde von den Reichsstädten Augsburg und Ulm mit Unterstützung anderer schwäbischer Städte abgelehnt. Burgau war auf die Unterstützung der Reichsstädte angewiesen, zusammen mit dem Bistum Augsburg und den Fuggerländern, um den Erwerbsbedürfnissen der Wittelsbacher Einhalt zu gebieten, insbesondere nachdem sie das Land westlich des Lechs gewonnen hatten; siehe schwäbische Liga.

Während des gesamten 14. Jahrhunderts waren die Habsburger gezwungen, die Markgrafschaft oder Teile davon zu verpfänden. Die letzte derartige Hypothek ging an das Bistum Augsburg zurück und endete 1559. Weiteres Österreich fiel 1522 an Kaiser Ferdinand I., der nach seinem Tod an seinen zweiten Sohn Ferdinand II., Erzherzog von Österreich, überging.

Im Deutschen Bauernkrieg 1525 unterstützte Burgau den Leipheimer Haufen gegen Ulm, wurde jedoch von der Schwäbischen Liga geschlagen. Die Stadt litt sowohl im Dreißigjährigen Krieg als auch im Spanischen Erbfolgekrieg.

Der Nachfolger von Ferdinand II., Sein Neffe Kaiser Rudolph II., Übertrug die Markgrafschaft Charles von Österreich, den zweiten Sohn von Ferdinand II., Von seiner Ehefrau Philippine Welser, Tochter eines wohlhabenden Augsburger Bürgers. Karl war der letzte Inhaber der Markgrafschaft von 1609 bis 1818; Nach seinem Tod kehrte das Land in die ältere österreichische Habsburger Linie zurück. Als diese Erzherzogslinie mit dem Tod von Sigismund Francis auslief, übernahm das Wiener Gericht die Verantwortung für die Markgrafschaft.

Eine bedeutende jüdische Gemeinde bestand in Burgau vom frühen Mittelalter bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts und erreichte im 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Im Jahr 1617 wurde die jüdische Gemeinde, nachdem sie wegen "übermäßigem Wucher" angeklagt worden war, offiziell vertrieben.

1805 zwang Napoléon 1805 durch den Frieden von Pressburg einen unterlegenen Kaiser Franz II., Frankreich an Frankreich mit seiner Abdankung und der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches abzutreten. Burgau ging in das neue Königreich Bayern über.

Im September 1853 wurde die Ulm-Augsburger Eisenbahn als Teil der Bayerischen Maximiliansbahn durch Burgau gebaut. Der Bahnhof wurde am 1. Mai 1854 offiziell eröffnet. 1862 gründeten die bayerischen Verwaltungsreformen ein Gericht, ein Notar und ein Finanzamt ; Im darauffolgenden Jahr wurde durch einen Großbrand eine freiwillige Feuerwehr geschaffen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in Burgau zwei Außenlager des Konzentrationslagers Dachau - eines für Männer, eines für Frauen - errichtet. Über 1000 Gefangene, darunter 500 jüdische Frauen und Mädchen aus Polen und Ungarn, wurden aus Dachau, Bergen-Belsen und Ravensbrück transportiert. Sie mussten unter schlechten Bedingungen in einem Flugzeughangar im Scheppacher Wald arbeiten. 18 starben und wurden auf dem jüdischen Friedhof in Ichenhausen begraben. Nach dem Krieg wurden rund 1600 Heimatvertriebene in Burgau umgesiedelt.

Durch die bayerischen Regionalreformen im Jahr 1978 wurden die bisher eigenständigen Gemeinden Oberknöringen, Unterknöringen, Großanhausen, Kleinanhausen und Limbach mit Burgau zusammengeführt.

Politik

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder, die derzeit wie nachstehend verteilt sind. Bürgermeister ist seit 2002 Konrad Barm (Freie Wähler)

Burgau hat auch zwei Partnerschaften mit anderen Städten:

Burgau, Steiermark, Österreich - seit 1982 offiziell eine Partnerschaft, zuvor aber ein Jahrzehnt informelle Partnerschaften.

Knöringen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland - informelle Partnerschaften, insbesondere mit den Gemeinden Ober- und Unterknöringen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Zu den Sehenswürdigkeiten in Burgau gehören:

das einzige verbliebene Stadttor, der Blockhausturm, erbaut 1614

ein Brunnen zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria mit einer von Franz Schäfferle im Jahre 1696 entworfenen Figur, 1731

Quelle: Wikipedia
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