Castell

Landkreis Kitzingen, Unterfranken, Bayern, Deutschland

Land:
Staat:
Region:
Gemeinde:
Castell
Bevölkerung:
822

Über Castell

Castell ist eine Gemeinde im bayerischen Landkreis Kitzingen. Es war der Sitz der Grafen von Castell. Heute gehört es zum Gemeindeverband Wiesentheid. Es hat rund 800 Einwohner.

Erdkunde

Ort

Castell liegt am Westhang des Mittelgebirges Steigerwald im Bezirk Kitzingen in Franken. Ihr Territorium grenzt an Oberscheinfeld, im Nachbarort Neustadt (Aisch) -ad Windsheim.

Unterteilung

Castell hat sieben Ortsteile: Castell, Forsthaus, Geiersmühle, Greuth , Gründleinsmühle, Trautberg und Wüstenfelden .

Das Gemeindegebiet betrug 2013 2.292 Hektar, davon entfielen 1.162 Hektar auf Wald und 936 auf landwirtschaftliche Nutzungen. Die Siedlungs- und Transportflächen betragen gerade einmal 168 ha.

Nachbargemeinden

Castell grenzt an (im Uhrzeigersinn von Norden) Abtswind, Geiselwind, Oberscheinfeld, Iphofen, Wiesenbronn und Rüdenhausen.

Geschichte

Castell wurde erstmals in der Gründungsurkunde des Klosters Megingaudshausen (später nach Münsterschwarzach verlegt) vom 816 erwähnt.

Ein Adeliger namens Rupert bezeichnet sich 1091 in einem Dokument aus der Diözese Würzburg als de Castello und bezeichnet damit den ersten Gebrauch des Namens. Ab 1202 hatten die Herren von Castell den Rang eines Grafen (Graf), nach 1228 mit der Beilage dei gratia ("durch die Gnade Gottes").

Der Hügel südlich des Dorfes war lange der Ort von zwei Burgen. Diese Trennwand wurde erstmals um 1266 in einem Dokument von Hermann I. zu Castell und Heinrich II. Erwähnt. zu Castell . Auf dem als Herrenberg bekannten Gipfel befand sich eine Burg, die nach 1328 von der Burggrafschaft Nürnberg und später von der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach gehalten wurde, die auch einen Teil des Dorfes Castell kontrollierte. Auf dem Schlossberg stand eine Burg der Grafen von Castell. Beide wurden im Bauernkrieg 1525 von aufständischen Bauern zerstört. Die Grafen ließen ihre Burg wiederaufbauen, während die anderen eine Ruine blieben.

Zwischen 1546 und 1561 führten die Grafen Conrad, Georg und Heinrich Castell die Reformation in der Grafschaft ein und gründeten so eine kleine Landeskirche, die sich auf Castell konzentrierte.

Nach der Zerstörung ihrer Burg verlegte die Markgrafschaft Brandenburg ihr Amt nach Kleinlangheim, hielt sich jedoch an ihrer Hälfte des Dorfes Castell fest. 1680/84 kaufte Graf Wolfgang Dietrich zu Castell-Remlingen (1641-1709) das brandenburgische Gebiet zurück und ließ 1686-91 von Peter Sommer ein neues Barockschloss errichten. Dies war einer der ersten dreiflügeligen Paläste in Franken.

1691 zogen die Grafen in das neue Schloss am Fuße des Hügels und das alte Schloss wurde in ein Bauernhaus verbannt. Später wurde es als Baustoffquelle genutzt und 1818/19 ließ Graf Friedrich Ludwig zu Castell-Castell den ehemals baumlosen Schlossberg in einen englischen Landschaftsgarten umwandeln. Das neue Schloss befindet sich noch heute im Besitz des Fürsten von Castell-Castell.

1774 wurde hier die Gräflich Castell-Remlingen'sche Landes-Credit-Cassa gegründet, die älteste noch in Betrieb befindliche bayerische Bank, die heute als Fürstlich Castell'sche Bank bekannt ist.

Während der Mediatisierung verlor die Grafschaft ihre Rolle als souveräner Staat im Heiligen Römischen Reich. Im September 1806 wurde es in einen Teil des Königreichs Bayern umgewandelt. Die Landeskirche wurde 1814 Teil der bayerischen evangelischen Kirche. Im Jahre 1818 wurde bei der Neuordnung Bayerns die Gemeinde Castell gegründet.

Das Fürstlich Castell'sches Archiv wurde von 1902 bis 1907 vom Historiker und Schriftsteller August Sperl eingerichtet, der auch das Standardwerk zur Geschichte des Hauses Castell verfasste.

1950 wurde in Castell der Communität Casteller Ring gegründet, eine protestantische Ordensgemeinschaft für Frauen. Im Jahr 1957 zog das Mutterhaus an den Schwanberg.

Am 1. Juli 1977 wurden die ehemals selbständigen Gemeinden Greuth und Wüstenfelden Teil von Castell.

Wirtschaft

Ein Großteil der Wirtschaft von Castell ist immer noch mit seiner historischen Rolle als fürstlicher Sitz verbunden. Das Hauptbüro der Fürstlich Castell'sche Bank befindet sich seit 1972 in Würzburg, bleibt jedoch in Castell, dem offiziellen Sitz der Bank, präsent.

Das Fürstlich Castell’sches Domänenamt produziert auf einer Gesamtfläche von 70 Hektar Rebfläche hochwertigen Wein. Die Weinberge rund um den Castell Schlossberg wurden 1266 erstmals erwähnt.

Die vielen historischen Gebäude des Dorfes machen es zu einem beliebten Reiseziel.

Regierung

Der Bürgermeister von Castell ist Jochen Kramer.

Sehenswürdigkeiten

Das Dorf verfügt über eine Reihe von Denkmälern (siehe Liste der geschützten Denkmäler in Castell).

St. Johannes

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Castell%2C_Bavaria