Cornberg

Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Regierungsbezirk Kassel, Hessen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Cornberg
Bevölkerung:
1 425

Über Cornberg

Cornberg ist eine Gemeinde im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Nordosthessen. Es ist die kleinste Gemeinde des Bezirks.

Erdkunde

Ort

Die Gemeinde liegt zwischen den Städten Bad Hersfeld im Süden und Eschwege im Norden, jeweils 27 km entfernt. Das Gemeindegebiet liegt zwischen dem Stölzinger Gebirge und dem Richelsdorfer Gebirge und im Oberlauf der Sontra, die durch die Randzentren Rockensüß und Königswald fließt. Durch Cornberg selbst fließt der Bach Cornberger Wasser, der in die Sontra in der Nähe von Berneburg (Teil der Gemeinde Sontra) mündet.

Nachbargemeinden

Cornberg grenzt im Norden an die Stadt Waldkappel, im Osten an die Stadt Sontra (beide im Werra-Meißner-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Nentershausen, im Süden an die Stadt Bebra und im westlich der Stadt Rotenburg an der Fulda (alle drei in Hersfeld-Rotenburg).

Konstituierende Gemeinschaften

Cornbergs Ortsteile sind Cornberg, Königswald und Rockensüß.

Geschichte

Die umliegenden Zentren von Rockensüß und Königswald wurden 1274 bzw. 1351 erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf Cornberg wurde erst 1938 als Bergbaudorf für den kieshessischen Kupferschiefer im Richelsdorfer Gebirge gegründet. Es ist die einzige neue Siedlung im alten Stadtteil Rotenburg an der Fulda, die seit dem Dreißigjährigen Krieg entstanden ist.

Ab 1296 gab es hier jedoch ein Benediktinerkloster. Es war lange ein Sitz des Provinzen im Kloster Hersfeld. Das Kloster wurde 1526 aufgelöst und in ein landwirtschaftliches Anwesen umgewandelt. Im Jahr 1582 erwarb Philipp Wilhelm von Cornberg, ein Sohn von Wilhelm IV., Der ehelich geborene Landgraf von Hessen-Kassel, das Kloster und sein Land als Lehen. Philipp Wilhelm verkaufte es 1598 an seinen Halbbruder Maurice, Landgraf von Hessen-Kassel, der es 1627 in das sogenannte Rotenburger Quart verlegte. Es wurde zu einer Vogtei, die im Besitz der Landgrafen von Hessen-Rotenburg blieb, bis sie 1834 ausstarben, worauf sie an das Kurfürstentum Hessen zurückgegeben wurde. Das ehemalige Kloster war bis 1964 eine staatliche Domäne des Landes Hessen. Die Handels- und Wohngebäude rund um das Kloster, die zu diesem Zeitpunkt in Trümmern lagen, wurden zwischen 1957 und 1973 alle abgerissen. Nur der gotische Kreuzgang ist erhalten geblieben. Zwischen 1990 und 1994 wurde es restauriert. Die ehemalige zweischiffige Kirche (Nordflügel des Kreuzgangs) mit der noch erhaltenen Nonnengalerie dient heute als Kulturbühne. Zwei andere Flügel beherbergen das Gemeindezentrum und das Museum. Im Ostflügel findet sich ein gastronomischer Betrieb.

Von 1945 bis 1949 waren die gesamte Gemeinde Cornberg und das Kloster ein UNRRA-Flüchtlingslager, hauptsächlich für Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion und Polen. Viele von ihnen emigrierten von hier nach Kanada und in die USA. Während sie in Cornberg lebten, lebten diese Vertriebenen in Unterkünften im Kasernenstil, oft viele Familien in einem Raum, während sie auf die endgültige Emigrationsfreigabe ihrer späteren Häuser in Übersee warteten.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 brachte folgende Ergebnisse:

Bürgermeister

Der unabhängige Achim Großkurth wurde am 20. Oktober 2002 mit 52,5% der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Am 1. Juni 2008 wurde er mit 91,7% der Stimmen bestätigt.

Wappen

Die Arme der Gemeinschaft könnten so beschrieben werden: Party per fess, argent ein Löwen passant gules, Schachbrett aus fünf gules und argent.

Die Arme der Gemeinde sind den Familienarmen der Barone von Cornberg entlehnt, jedoch mit etwas anderen Tinkturen. Der Löwenpassant (mit einer Vorderpfote aufwärts gehend) steht für die Wurzeln der Familie, die auf die hessischen Landgrafen zurückgehen (Hessens Heraldik ist ein rot-silber gestreifter Löwe, der ungestüm ist). Das Karomuster in den Armen der Familie steht für ein Schachbrett, und in diesen Armen nehmen die Tinkturen Azur, Gules und Silber (Blau, Rot und Silber) auf. Das Wappen wurde der Gemeinde am 26. Februar 1981 verliehen.

Verschmelzungen

Die Gemeinde Königswald wurde am 11. August 1972 zusammengelegt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Transport

Durch die Hauptgemeinde Cornberg verlaufen die Bundesstraße 27 und die Eisenbahnlinie Bebra – Göttingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Heimatkundliches Museum und Sandsteinmuseum Kloster Cornberg (Heimatmuseum und Sandsteinmuseum im Kloster Cornberg)

Sandsteinbruch mit Mineralvitrinen; Orte, an denen prähistorische Spuren von kleinen Sauriern aus dem Perm gefunden wurden.

Gebäude

Cornberg Monastery (erbaut 1296)

Schloss Rittershain

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Cornberg