Dessau-Roßlau

Dessau-Roßlau, Sachsen-Anhalt, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Dessau-Roßlau
Bevölkerung:
84 606

Über Dessau-Roßlau

Roßlau (in deutscher Rechtschreibung: Roßlau) war bis zum 30. Juni 2007 eine Stadt in Sachsen-Anhalt, die zum Kreis Anhalt-Zerbst gehörte. Nach einer Fusion mit der Stadt Dessau wurde es Namensgeber der neu gegründeten Stadt Dessau-Roßlau und eines Viertels davon. Roßlau liegt am rechten Elbufer, hier von zwei Eisenbahnbrücken gekreuzt, 3 mi. mit der Schiene N. von Dessau und 60 km. S.E. von Magdeburg. Es hat eine herzogliche Residenz, ein altes Schloss, eine hübsche Pfarrkirche und Hersteller von Maschinen, Papier, Siegellack, Drahtwaren, Zucker, Ziegeln und Chemikalien. Rosslau wurde 1603 eine Stadt.

Stadtzusammenführung

Am 1. Juli 2007 wurde die Stadt Roßlau (Elbe) mit der Stadt Dessau zusammengelegt. Zusammen heißen sie Dessau-Roßlau. Bürgermeister der neuen Stadt ist Klemens Koschig, der am 22. April 2007 gewählt wurde.

Geschichte

Die Stadt "Rozelowe" wurde 1215 erstmals urkundlich erwähnt. 1359 wurde "Dat borchlen zu Rozlau" erwähnt. Der Name ist niederländischer Herkunft und deutet auf die Gründung und die Besiedlung von Roßlau durch Einwohner der niederländischen Stadt Reuzel in Nordbrabant hin.

Der Bau der Brücke über die Elbe erfolgte 1583 und nur 20 Jahre später wurde die Stadt gechartert und erhielt ihr Recht, Märkte zu halten. Während des Dreißigjährigen Krieges war die Brücke Schauplatz einer Schlacht. Einige Jahre später, 1631, wurde die Brücke zerstört. Sechs Jahre später brannten kaiserliche Soldaten die Stadt nieder; 1717 brannte die Stadt erneut in Flammen. Im Jahre 1740 wurden das Rathaus und das Schloss gebaut. Von 1765 bis 1767 war Roßlau Ausgangspunkt für koloniale Kreuzzüge der russischen Zarin Katharina der Großen, einer Prinzessin des Fürstentums Anhalt-Zerbst. 1806 setzten flüchtende Preußen die Elbbrücke wieder in Brand. Von 1836 bis 1838 veranlasste Heinrich, Herzog von Anhalt-Köthen, die sich verschlechternde mittelalterliche Burg gotisch und romantisch.

In den folgenden Jahren erfolgte der Anschluss an das Netz der Berlin-Anhaltischen Eisenbahngesellschaft, die Gründung von Stoffen, Zeitungen und Werften. 1907 wurde die Straßenbahnlinie zwischen Dessau und Roßlau in Betrieb genommen.

Im Herbst 1933 richtete die nationalsozialistische Regierung in Anhalt eines der frühen Konzentrationslager im ehemaligen Volkshaus in der Hauptstraße 51 ein, in dem überwiegend Mitglieder der Kommunistischen Partei (KPD) und der Sozialdemokratischen Partei (SPD) inhaftiert und verwickelt wurden. Im Sommer 1934 wurde das Konzentrationslager geschlossen. Die übrigen Insassen wurden in das Konzentrationslager Lichtenburg gebracht.

Um die Stadt Dessau zur Hauptstadt des Bezirks zu machen, wurde die Stadt Roßlau (Elbe) vom 1. April 1935 bis 1. April 1946 in Dessau suburbanisiert, wodurch die Stadt die erforderliche Zahl von 100.000 Einwohnern erhielt. Der Bezirk Roßlau wurde 1952 aus dem östlichen Teil des Bezirks Zerbst erbaut. Dies gab Rosslau den Status einer Landstadt, die es bis zum 30. Juni 1994 hielt, bevor es in den Bezirk Anhalt-Zerbst überging.

Bis 1991 war Rosslau die Basis der 7. Gardepanzerdivision der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Die Elbflut von 2002 übertraf die Elbflut von 1845.

Sehenswürdigkeiten

Das Wasserschloss Roßlau ist ein beliebter Ort für Open-Air-Events und Bühnenstücke. Das jährliche This is Ska Festival nimmt seit 1997 an der Burg teil. Außerdem gibt es ein Country Festival mit Liveacts, Linedance und einem Western Casino. Das Knight Dinner ist ebenfalls eine beliebte Veranstaltung.

Das europäische Dorf wurde nach einem Architekturwettbewerb von 1993 bis 1996 errichtet. Architektenbüros aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Ungarn, Finnland und Frankreich erstellten die Pläne und einige auffällige Gebäude wurden errichtet.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Öhlmühle und die Marienkirche.

Der Verkehr

Die Bundesstraßen B184 und B187 führen durch Roßlau.

Rosslau hat auch einen Hauptbahnhof mit Verbindungen nach Dessau, Magdeburg, Berlin, Halle, Bitterfeld und Lutherstadt Wittenberg.

Söhne und Töchter

Gottfried Bandhauer (1790–1837), Baumeister des Klassizismus

Gotthard Sachsenberg (1891–1961), Offizier, Unternehmer und Politiker (Wirtschaftspartei)

Richard Paulick (1903–1979), Architekt

Wolfgang Schwenke (1921–2006), Zoologe, Entomologe und Waldwissenschaftler

Bobby Bölke (1926–2007), Schauspieler und Entertainer

Günter Dreibrodt (* 1951), ehemaliger Handballspieler

Peter Müller (* 1967), deutscher Kunsthistoriker und Publizist

Partnerstädte

Ibbenbüren, Nordrhein-Westfalen

Roudnice nad Labem, Tschechische Republik

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Ro%C3%9Flau