Deutschneudorf

Erzgebirgskreis, Sachsen, Deutschland

Land:
Staat:
Gemeinde:
Deutschneudorf
Bevölkerung:
1 068

Über Deutschneudorf

Deutschneudorf ist eine Gemeinde im sächsischen Erzgebirgskreis.

Erdkunde

Deutschneudorf liegt an der Grenze zur Tschechischen Republik im Tal der Schweinitz stromabwärts von Nová Ves v Horách. Es ist eine verstreute Siedlung, die typisch für die oberen Regionen des Erzgebirges ist.

Die Dörfer Deutschkatharinenberg und Oberlochmühle, flussabwärts von Schweinitz, Brüderwiese, flussaufwärts von Schweinitz, dem Mühlgraben, und Deutscheinsiedel nordöstlich des letzteren sind verwaltungsmäßig eingemeindet worden. Die Gemeinde wird von der Staatsstraße S214 durchquert, die in Deutscheinsiedel mit den sächsischen Staatsstraßen S207 von Sayda und S213 von Seiffen und mit der tschechischen Staatsstraße 271 von Litvínov zusammenfällt.

Geschichte

Erste Bergbautätigkeiten im Gebiet der späteren Gemeinde stammen aus der Zeit um 1514. August Rohdt, Eigentümer der Schmelzerei in Grünthal, erhielt 1620 die Bergwerke Fortuna und Pallas und ließ 1637 einen Eisenofen für die Lieferung der Drahtzieherei errichten Rothenthal. Die Siedlung in einem Gebiet, das nach dem Dreißigjährigen Krieg und einem Pestausbruch beinahe entvölkert war, wurde erstmals in einem Dokument von 1651 als Naudorff unterm Catherbergk (bezogen auf den dialektalen Namen des nahegelegenen St. Katharinaberg) erwähnt und hatte 1657 nur drei Häuser Protestantische Flüchtlinge aus St. Katharinaberg ließen sich auf Lichtungen nieder und wurden als Facharbeiter begrüßt.

Ein Lehrer wird erstmals 1718 berichtet, die Kirche wird 1736 fertiggestellt und das Schulhaus 1741. 1802 wird Deutschneudorf eine selbständige Kirchengemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1875 gegründet, das Gemeindeamt wurde 1924 errichtet und 1936 ein Freibad. 1927 wurde die Eisenbahnlinie Olbernhau-Grünthal – Deutschneudorf eröffnet. Oberlochmühle wird am 1. April 1939 in Deutschneudorf eingemeindet. 1944/45 errichten Wehrmachtseinheiten ein Depot für gestohlene Kunst. Ein am 9. Juni 1945 aus Chomutov vertriebener Zwangsmarsch von deutschsprachigen Menschen, der viele Todesopfer forderte, führte durch Deutschneudorf und wird in einem Denkmal gefeiert.

Der Personenverkehr auf der Eisenbahn von Olbernhau aus wurde 1966 eingestellt, die Linie wurde 1969 für den Güterverkehr gesperrt und 1971 abgebaut. Eine zentrale Trinkwasserversorgung wird von 1966 bis 1970 gebaut.

Die Gemeinde Deutscheinsiedel (mit Brüderwiese) tritt am 1. Januar 1999 bei Deutschneudorf ein. Deutschneudorf war einer der ersten Orte, an denen während der europäischen Überschwemmungen 2002 Überschwemmungen auftraten.

Die Stadt war bekannt als Ort einer Goldgrube, die im Zweiten Weltkrieg von Nazi-Deutschland gestohlen wurde. Radaraufnahmen einer stillgelegten Kupfermine lassen vermuten, dass eine große Menge dichtes Metall vorhanden ist, von dem angenommen wird, dass es zu dicht ist, um Kupfer zu sein. Am 28. Februar 2008 wurde von CNN und anderen Medien berichtet, dass der Ausbruch aufgrund einer Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Anführern der Ausgrabung gestoppt wurde. Es wurde spekuliert, dass der Inhalt des Bernsteinzimmers auch in dieser Mine gefunden werden kann.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Deutschneudorf