Dorsten

Kreis Recklinghausen, Regierungsbezirk Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Dorsten
Bevölkerung:
76 030

Über Dorsten

Dorsten ist eine Stadt im Bezirk Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen mit knapp 80.000 Einwohnern.

Dorsten liegt am Westrand Westfalens an der Grenze zum Rheinland. Die historische Altstadt liegt am Südufer der Lippe und am Wesel-Datteln-Kanal und erhielt 1251 das Stadtrecht. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde die Stadt im Norden durch die Dörfer der früheren Herrlichkeit Lembeck erweitert. Während Dorstens nördliche Bezirke somit durch das ländliche Münsterland mit seinen vielen historischen Burgen geprägt sind, beginnt unmittelbar südlich der Stadt das Ruhrgebiet, Deutschlands größter Ballungsraum mit mehr als sieben Millionen Einwohnern.

Die genaue sprachliche Herleitung des Wortes "Dorsten" ist unbekannt, wodurch die Bedeutung des Ortsnamens unklar bleibt.

Geschichte

Archäologische Funde zeigen, dass das Gebiet bereits in der Jungsteinzeit und Bronzezeit ab etwa 4000 v. Chr. Besiedelt war. Die Römer errichteten im Jahr 11 v. Chr. In Dorsten-Holsterhausen ein Militärlager, das Varus im Jahr 9 v. Chr. Auf seinem Weg zur Schlacht im Teutoburger Wald durchlaufen hatte.

Ab ca. 700 n. Chr. Begann das Erzbistum Köln, das Gebiet um Dorsten zu evangelisieren. Erzbischof Konrad von Hochstaden gewährte Dorsten zusammen mit dem Grafen von Cleves im Jahr 1251 die Stadtrechte. Aufgrund seiner wirtschaftlich günstigen Lage an der Lippe wurde die Stadt Mitglied der Hanse der internationalen Handelsstädte und zur reichsten Stadt in der Weste Recklinghausen.

Im Jahr 1488 gründeten die Franziskanerbrüder ein Kloster, das bis heute als das älteste dauerhaft existierende Kloster der Welt existiert. Die Mönche gründeten 1642 das Gymnasium Petrinum und im Jahr 1699 gründeten die Ursulinen einen Kreuzgang mit einem Internat für Mädchen. Der Dreißigjährige Krieg (1618–48), der Hessische Krieg und die fortwährende Besetzung durch verschiedene Kräfte haben jedoch den mittelalterlichen Reichtum von Dorsten stark beeinträchtigt. Am 9. Februar 1633 eroberte Hessen-Cassel die Stadt Dorsten ohne Widerstand von Kurfürstentum Köln und der Weste von Recklinghausen und wurde in den folgenden Jahren zur stärksten Festung der Region. Daher wurde versucht, es wieder einzufangen. Die erste Belagerung im Jahr 1636 war nicht erfolgreich, aber 1641 führte eine zweite Belagerung von Dorsten zu erheblichen Zerstörungen der Stadt und der eventuellen Kapitulation der Besatzung.

Erst während der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts kehrte Dorsten zu seinem früheren Wohlstand zurück. Spinnerei, Weberei und Metallgussindustrie fanden ihren Weg in die Stadt und 1912 wurde die erste Zeche eröffnet. Zwischen 1929 und 1975 wurden umliegende Dörfer zu Bezirken der allmählich wachsenden Stadt Dorsten. Nur wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die historische Altstadt bei einem Luftangriff der Alliierten fast vollständig zerstört. Nach 1945 wurde das Stadtzentrum jedoch auf historischen Fundamenten wieder aufgebaut und ähnelt damit noch heute seiner mittelalterlichen Form.

Dorsten ist heute für sein Jüdisches Museum in Westfalen, das 1987 gegründet wurde, weithin bekannt. Im Jahr 2001 wurde die letzte Zeche geschlossen und die Stadt feierte ihr 750. Jubiläum mit einem Fest in der Altstadt.

Galerie

Dorsten, Kirche: Sankt Agatha Kirche und das Alte Rathaus

Dorsten, Kirche

Dorsten, andere Kirche in der Straße

Wulfen, Kirche: Pfarrkirche Sankt Matthäus und Marienbrunnen

Wulfen, Kapelle

Deuten, Kapelle: Herz Jesu Kirche

Dorsten, Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal

Hauptsehenswürdigkeiten

Schloss Lembeck

Historisches Rathaus

Jüdisches Museum von Westfalen

Historische Tüshausmühle

Transport

Dorsten hat einen eigenen Flugplatz. Der Flugplatz verfügt über einen Rasenstreifen mit einer Start- und Landebahn von 800 Metern und einen von der Regierung gesponserten Hangar, der vom örtlichen Segelflugclub genutzt wird.

Der Bahnhof Dorsten befindet sich an den Bahnhöfen Duisburg-Quakenbrück und Gelsenkirchen-Bismarck-Winterswijk und ist mit Regionalverbindungen nach Essen und Dortmund verbunden.

Persönlichkeiten

Franz Bronstert (1895–1967)

Cornelia Funke (* 1958), Kinder- und Jugendbuchautorin

Günter Pröpper (* 1941), Fußballspieler

Heinz-Dieter Böttger (* 1945), Kommunalpolitiker (SPD) in Minden

Winfried Nachtwei (* 1946), Politiker (Die Grünen) und Bundestagsabgeordneter 1994–2009

Julia Lohmann (* 1951), Malerin und Bildhauerin

Winfried Toll (* 1955), Dirigent, Sänger und Komponist klassischer Musik

Manfred Nielson (* 1955), Admiral

Peter Schneider (* 1957), Psychoanalytiker und Kolumnist

Dirk Balster (* 1966), Ruderweltmeister 1989–1991

Thorsten Streppelhoff (* 1969), Ruderweltmeister 1991 und 1993

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Dorsten

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