Gladbeck

Kreis Recklinghausen, Regierungsbezirk Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Gladbeck
Bevölkerung:
74 002

Über Gladbeck

Gladbeck (pronunciationlat.bɛk) ist eine Stadt im Landkreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen.

Gladbeck ist eine recht junge Stadt, die am 21. Juli 1919 erstmals anerkannt wurde, als sie Stadtrechte erhielt. Die Stadt gründete sich um fünf Bauerndörfer, Brauck, Butendorf, Ellinghorst, Rentfort und Zweckel.

Erdkunde

Gladbeck liegt im nördlichen Teil des Ruhrgebiets und gehört zur sogenannten Emscherzone, in der der Bergbau im Vergleich zu anderen Städten dieses Gebiets spät begann. Gladbeck ist überwiegend von Bottrop, Gelsenkirchen, Dorsten und von Essen im Süden umgeben.

Geschichte

Vorindustrielle Gesellschaft

Frühe archäologische Funde belegen bereits im Jahr 2000 v. Chr. Eine Bevölkerung in der Region Gladbeck. Es wurde erstmals 1020 als Gladbeki erwähnt und war ursprünglich ein kleines Dorf mit 300 Einwohnern. Das Dorf mit seinen fünf Bauern (Butendorf, Brauck, Rentfort, Ellinghorst und Zweckel, jetzt Stadtteile von Gladbeck) wurde um den St. Lamberti-Dom herum angelegt.

Von 1180 bis 1802 gehörte Gladbeck zur Vest Recklinghausen und war somit mit dem Kurfürstentum Köln verbunden. In einer Urkunde von 1236 wird der Ritter Ludolfus de Wittering erwähnt, der in dieser Zeit höchstwahrscheinlich das Schloss Wittringen errichtet hat. Besonders in den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges (1618–48) wurden viele Kornfelder in und um Gladbeck von marodierenden Soldaten zerstört. Darüber hinaus tötete der Schwarze Tod viele Einwohner Gladbecks im Dreißigjährigen Krieg.

Auf dem Wiener Kongress von 1815 erwarb das Königreich Preußen das Gebiet und verwaltete es innerhalb der Provinz Westfalen. Vor den Revolutionen von 1848 gab es in Gladbeck 1816/17, 1830/31 und 1846/47 drei schwere Ernährungskrisen. Die "Märzrevolution" hatte jedoch keine Auswirkungen auf Gladbeck.

Zeit des Kohlebergbaus

Kohle wurde in den 1870er Jahren gefunden und die erste Kohle wurde 1878 hergestellt. Abhängig von zusätzlichen Arbeitern zogen die Kohlenminen viele Menschen an. Daher wuchs Gladbeck rasch durch Zuwanderung aus dem westfälischen Umland, der Rheinprovinz und aus den östlichen Provinzen Preußens, einschließlich der Bürger mit Polnisch als Muttersprache.

Das kleine Dorf entwickelte sich schnell zu einer Industrieeinrichtung und erhielt im Juli 1919 das Stadtprivileg. Auch Gladbeck profitierte von dem allgemeinen Aufschwung in den Jahren 1925 bis 1929, als wichtige Bauprojekte trotz aller Schwierigkeiten wie dem Open Air realisiert wurden Bad sowie das Stadion, in dem Adolf Hitler 1932 eine Rede hielt.

Wie in allen deutschen Städten wurde Gladbeck angeglichen, nachdem Adolf Hitler Reichskanzler genannt wurde. Dies geschah unter dem früher gewählten konservativen Bürgermeister Bernhard Hackenberg, der sofort der NSDAP beitrat. Im Zweiten Weltkrieg wurde Gladbeck schwer beschädigt und rund 43% der Gebäude im Zentrum wurden zerstört. Damit ist Gladbeck eine der am stärksten zerstörten Städte im Ruhrgebiet. Nach dem Krieg wurde die Stadt Teil des neuen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

In den 1960er Jahren geriet die Kohleindustrie in eine erhebliche Krise, die zu weit verbreiteter Arbeitslosigkeit führte. Davon abgesehen erreichte Gladbeck 1969 85.927 Einwohner, was in der Geschichte dieser Stadt einzigartig ist. Seit der letzten Stilllegung der Zeche 1971 kämpft Gladbeck gegen eine hohe Arbeitslosenquote und aktiviert den Strukturwandel.

Kommunale Neuausrichtung und Geschichte seit 1975

Im Zuge der kommunalen Neuausrichtung in Nordrhein-Westfalen (1975) wurden Gladbeck, ursprünglich ein Kreisbezirk, und das Dorf Kirchhellen in die Nachbarstadt Bottrop eingegliedert. Zensoren der Neuausrichtung kritisierten eine spärliche Bevölkerung zwischen Gladbeck und Bottrop und betonten, Bottrop sei nicht viel größer als Gladbeck. "Glabotki ist nich" (Glabotki ist nicht), war ihr Schlagwort. Mit Hilfe einer Gerichtsentscheidung verließ Gladbeck Bottrop erfolgreich und brach damit die Fusion ab. Seit Juli 1976 gehört Gladbeck zum Bezirk Recklinghausen.

Am 16. August 1988 beraubten zwei Diebe eine Niederlassung der Deutschen Bank in Gladbeck. Sie entführten mehrere Personen und fuhren durch Westdeutschland und die Niederlande. Bei dem Verbrechen wurden drei Menschen getötet (Geiselkrise nach Gladbeck).

Politik

Bürgermeister

Gladbeck besitzt einen Bürgermeister, seitdem er im Juli 1919 das Stadtrecht erlangte. Die offizielle Amtszeit war Oberbürgermeister, da Gladbeck 1974 ein Bezirksbezirk war. Seitdem hat er einen Bürgermeister und seit 1994 ist Gladbecks Bürgermeister eine Vollzeitstelle .

Der Bürgermeister ist Vorsitzender des Stadtrates und Arbeitgeber der Verwaltung.

Gladbeck hatte folgende Bürgermeister:

1919-1931: Michael Jovy, nicht Partei

1931- ?: Bernhard Hackenberg, 1933 trat er der NSDAP bei

1948–1952: Johann Harnischfeger, CDU

1946–1958: Friedrich Lange, SPD

1958–1963: Heinrich Kliem, SPD

1963-1965: Hans Wuwer, SPD

1965–1971: Günter Kalinowski, SPD

1971–1974: Norbert Aust, SPD

1976–1994: Wolfgang Röken, SPD

1994–2004: Eckhard Schwerhoff, CDU

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Gladbeck

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