Marl

Kreis Recklinghausen, Regierungsbezirk Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Marl
Bevölkerung:
84 055

Über Marl

Marl ist eine Stadt und eine Gemeinde im Landkreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen. Es liegt in der Nähe des Wesel-Datteln-Kanals. 10 km nordwestlich von Recklinghausen. Es hat etwa 90.000 Menschen.

Erdkunde

Ort

Die Stadt grenzt im Norden an die Wälder des Haard und an den Naturpark Hohe Mark. Die Stadt bildet den reibungslosen Übergang zwischen dem industriellen Ruhrgebiet und dem ländlichen Münsterland. Die nördliche Stadtgrenze fällt nahezu vollständig mit dem Fluss der Lippe zusammen.

Etwa 60% der gesamten Stadtfläche bestehen aus Feldern, Wäldern, Wasserläufen, Parks und anderen Grünflächen.

Stadtgebiet

Marl hat folgende Stadtteile:

Nachbarstädte

Im Norden grenzt Marl an Haltern am See, im Osten an Oer-Erkenschwick, im Südosten an Recklinghausen, im Süden an Herten, im Südwesten nach Gelsenkirchen und im Westen an Dorsten.

Naturschutzgebiete

Braucksenke

Die Burg (Natura 2000-Gebiet)

Lippeau (Natura 2000-Gebiet)

Loemühlenbachtal

Geschichte

Frühe Geschichte

Das Stadtgebiet war bereits in der alten und mittleren Steinzeit besiedelt, wie viele archäologische Funde im Bezirk Sinsen belegen. Reste der ersten Siedlungen werden auf 600 v. Chr. Datiert.

Um 300 v. Chr. Siedelten sich keltische Stämme in der Gegend an, wurden jedoch von deutschen Stämmen vertrieben. Der Brukterer kontrollierte daraufhin das Gebiet nördlich der Lippe und der Marser lebte südlich der Lippe.

Die germanische Invasion wurde durch den Vormarsch der Römer gestoppt, die in Haltern ein großes Fort bauten. An der Stadtgrenze zwischen Polsum und Herten wurden Überreste einer kleineren römischen Festung gefunden.

Nach der Schlacht um den Teutoburger Wald im Jahre 9AC verloren die Römer den größten Einfluss und zogen sich hinter den Rhein zurück. Das Gebiet war wieder in germanischem Besitz.

Im Jahr 80 n. Chr. Wurden die Brukterer von rivalisierenden Stämmen vertrieben und zogen in das heutige Gebiet von Recklinghausen.

Frühes Mittelalter

Die nächste Migrationsbewegung fand im Marl-Gebiet zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert statt, als die Sachsen von Nordosten über die Lippe in das ehemalige Brukterer-Gebiet einfielen.

In den 1920er Jahren bewiesen archäologische Ausgrabungen, dass die Brukterer im Stadtteil Sinsen zur Verteidigung gegen die sächsischen Angriffe einen kreisförmigen Hügel errichteten.

Heute ist der Bergfort nur für den Fachmann erkennbar und liegt im Naturschutzgebiet "Die Burg", das nach dem Hügelfort benannt ist.

Archäologen betrachten den Hügelfort als herausragendes historisches Denkmal, das es zu schützen gilt.

Der Hügel wurde von der ländlichen Bevölkerung bis zum späten Mittelalter als Schutzwall genutzt.

Gesicherte schriftliche regionale Fakten über das Frühmittelalter im 9. und 10. Jahrhundert wurden jedoch erst Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentiert.

Ursprung des Namens

Marl wurde erstmals im Jahre 890 im Urbarium der Benediktinerabtei von Werden dokumentiert, die im Jahre 799 während der Sächsischen Kriege gegründet wurde. Es steht geschrieben, dass ein Dagubraht der Abtei seinen Besitz und seine Einnahmen für seine Erlösung spendete.

Der Name Marl leitet sich vom mittelalterlichen Ortsnamen "Meronhlare" ab.

Linguisten interpretierten diesen Namen als "sumpfige Reichweite" oder "Reichweite an einem Teich". Der Name änderte sich im Laufe der Jahrhunderte von "Marlar", "Maerl" zu "Marler" und schließlich zu Marl

Im Urbarium befinden sich außerdem die Namen benachbarter Siedlungen, die später Teil der Stadt wurden. Sie wurden "Threviri (Drewer)", "Vrilinctorpe (Frentrop) und" Haranni (Hamm) genannt. Neben dem Werden-Kloster gab es weitere große Landbesitzer wie das Kapitel Köln und Xanten, das Kloster Essen und einige Adlige.

Dieses zerstreute Gut verursachte im Mittelalter massive Fehden und Kämpfe.

Im Stadtteil Alt-Marl steht die Georgskirche, die im 11. Jahrhundert dem Grafen Balderich am Niederrhein gehörte. Später übergab er die Kirche dem Kölner Erzbischof Heribert. Ein Manuskript aus dem Jahr 1160 besagt, dass Erzbischof Heribert die Kirche dem Kloster Deutz schenkte. Im 13. Jahrhundert wurde sie zur Pfarrkirche, die Ernennung ihres ersten Priesters wurde 1228 verzeichnet. Ab 1419 stand die Kirche unter der Schirmherrschaft der dortigen Adelsfamilie von Loe. Dies dauerte bis 1830, als die Schirmherrschaft an Baron Twickel von Lüttinghoff überging. Zwischen 1856 und 1859 wurde die Kirche nach den Plänen des von der römisch-katholischen Diözese Münster beschäftigten Bauherrn Emil von Manger vollständig restauriert. Die romanischen Grundmauern der Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurden bei der Restaurierung beibehalten.

Im Jahre 1111 errichtete die Adelsfamilie von Loe eine Burg mit einem Wassergraben namens "Strevelsloe". Im Jahr 1359 wurde es in "Haus Loe" umbenannt. In offiziellen Manuskripten von 1373 wurde es als "Castrum" bezeichnet.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Marl%2C_North_Rhine-Westphalia

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