Untergriesbach, Markt

Landkreis Passau, Niederbayern, Bayern, Deutschland

Land:
Staat:
Region:
Gemeinde:
Untergriesbach, Markt
Bevölkerung:
6 094

Über Untergriesbach, Markt

Untergriesbach ist eine Gemeinde im bayerischen Landkreis Passau.

Erdkunde

Untergriesbach liegt im südlichen Bayerischen Wald und erstreckt sich hoch über dem tiefen Tal der Donau. Die Höhe der Marktgemeinde beträgt 565 Meter über dem Meeresspiegel. Über die Bundesstraße 388 ist es mit Passau (22 km) und in entgegengesetzter Richtung zur oberösterreichischen Haslach (32 km) verbunden.

Geschichte

Der Name stammt von den Adligen von Griesbach. Dies war eine reiche Adelsfamilie mit zahlreichen Besitztümern im "Land der Abtei" (Passauer Abteiland). Von der ehemaligen Burg bleibt nichts übrig.

Ursprünglich hieß es "Griespach", dann "Griesbach auf hohem Markt" (zur Unterscheidung von "Griesbach in der Zelle" = Obernzell) und schließlich 1806 in Untergriesbach umbenannt (zur Unterscheidung von Bad Griesbach im Rottal).

Die Adligen von Griesbach starben im frühen 13. Jahrhundert aus. Ihre Nachfolger waren die Wessenberger, die als Lehen des Bistums Passau einen erweiterten Besitz besaßen. Die Burg wurde wahrscheinlich nach dem Tod des letzten Wessenberger um 1240 zerstört.

1260 erteilte Bischof Otto von Lonsdorf (ca. 1200-1265) das Recht, einen Markt und andere Privilegien zu besitzen. Während des Passauer Bürgeraufstandes gegen Bischof Albert III. von Winkel (gest. 1380) Untergriesbach wurde 1367 von Passau-Aufständischen niedergebrannt. 1456 bestätigte und erweiterte Bischof Ulrich von Nussdorf die Rechte und Freiheiten des Marktes.

Untergriesbach blieb weitgehend vom Dreißigjährigen Krieg verschont, aber die bayerischen und kaiserlichen Truppen, die hier einquartiert wurden, importierten 1648 die Pest des letzten Kriegsjahres, die bis Anfang 1650 mit großer Gewalt tobte.

Die spätgotische Pfarrkirche St. Michael wurde im 18. Jahrhundert in mehreren Etappen barockisiert. Im Jahr 1803 kam der Markt Griesbach an Ferdinand III., Großherzog von Toskana (1769-1824) und 1806, an das Königreich Bayern. Der Händler Georg Saxinger wurde zum ersten Bürgermeister gewählt. 1829 wurde ein neues Schulgebäude errichtet, von 1829 bis 1830 eine neue Straße nach Obernzell gebaut, die wesentlich komfortabler als die alte Bergstraße war.

Im Jahre 1903 wurde der Name der Gemeinde Griesbach offiziell in Untergriesbach geändert.

1956 wurde im Gebiet der Gemeinde das Wasserkraftwerk Jochenstein errichtet.

Gemeindeverordnung

Untergriesbach hat 106 Bezirke:

Incorporations

Am 1. Oktober 1971 wurde die bisher selbständige Gemeinde Lambsdorf eingemeindet. Am 1. Januar 1972 kamen Gottsdorf und Schaibing hinzu. Oberötzdorf folgte am 1. März 1972.

Transport

Ein Bahnterminal wurde 1904 in Schaibing an der Passau-Hauzenberg-Bahn gebaut. Auf dieser Strecke endete der Personenverkehr 1970, der Güterverkehr endete 1997. Es gibt Bemühungen, diese Strecke wieder zu aktivieren.

1912 wurde Untergriesbach durch eine Zahnradbahn mit der Passau-Hauzenberg-Bahn verbunden. Der Schienenverkehr wurde 1965 eingestellt, 1975 wurde die Strecke Obernzell-Wegscheid entfernt.

Stadtrat

Der Stadtrat wurde bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 wie folgt gewählt:

CSU: 7 Sitze (36,3% der Stimmen)

Freie Wähler Bayern: 6 Sitze (27,6% der Stimmen)

Christliche Wahlgemeinschaft: 4 Sitze (22,4% der Stimmen)

SPD: 3 Sitze (13,7% der Stimmen)

Kamm

Blazon: "Argent, ein nach links gerichteter roter Wolf."

Bildungsinstitutionen

Kindergarten

Grund- und Sekundarschule

Gymnasium Untergriesbach

Kultur

Partnerstadt ist Civezzano (Trentino, Italien)

Am zweiten Juliwochenende findet in Verbindung mit den Heimattagen alle 3 Jahre ein Festival statt.

Sehenswürdigkeiten

St. Michael, spätgotische Pfarrkirche, im 18. Jahrhundert im Barockstil renoviert

Dorfkapelle, von 1765 bis 1768 erbaut

Pfarrkirche St. Jakob (Ältester) in Gottsdorf

Pranger aus dem Jahr 1490 als Zeichen der früher niedrigen Gerichtsbarkeit des Marktes

Ruinen Burg Altjochenstein und Burg Neujochenstein

Menschen aus Untergriesbach

Christian Goller (* 1943 in Untergriesbach), deutscher Maler und Kunstrestaurator

Ottfried Fischer (* 1953 in Ornatsöd), Schauspieler und Kabarettist

Theoderich Hagn (* 23. März 1816 in Untergriesbach), Abt von Lambach

Friedrich Oberneder (* 25. September 1891 in Pölzöd), Theologe und Dichter

Rudolf Wimmer (* 10. April 1849 in Gottsdorf), Maler

Sport und Teams

Der größte Verein der Stadt ist der Sportverein SV Untergriesbach mit ca. 850 Mitgliedern.

Die Veteranen der Weltkriege, ehemalige und aktive Soldaten der Bundeswehr, sind in den Soldaten- und Veteranenvereinen in Untergriesbach, Schaibing und Gottsorf organisiert.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Untergriesbach

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