Wismar, Hansestadt

Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Land:
Gemeinde:
Wismar, Hansestadt
Bevölkerung:
42 433

Über Wismar, Hansestadt

Wismar (deutsch Aussprache: [ˈv insmaʁ]) ist eine Hafen- und Hansestadt in Norddeutschland an der Ostsee im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Es liegt etwa 45 Kilometer östlich von Lübeck und 30 Kilometer nördlich von Schwerin und ist Teil der Metropolregion Hamburg. Sein Naturhafen in der Bucht von Wismar ist durch ein Vorgebirge geschützt. Die Bevölkerung betrug im Jahr 2013 42.219. Es ist die Hauptstadt des Landkreises Nordwestmecklenburg.

Wismars historische Geschichte begann als slawische Siedlung im 12. Jahrhundert. Zu verschiedenen Zeiten gehörte Wismar zu Mecklenburg, Schweden oder Deutschland, einschließlich Ostdeutschland. Es wurde 1871 Teil von Deutschland, obwohl Schweden erst 1903 offiziell auf seine Ansprüche auf die Stadt verzichtete. Als einzigartiger Vertreter des Typs Hanseatic League mit seinen Backsteingotiken und vielen Patriziergiebelhäusern wurde Wismar in die Stadt aufgenommen die UNESCO-Liste der Welterbestätten seit 2002 zusammen mit dem historischen Kern von Stralsund.

Geschichte

Der Name der Siedlung wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und war slawischen Ursprungs. Es stammt von einem persönlichen slawischen Namen Wyszemir. Wismar gehörte zum Gebiet der Westslawischen Obotriten.

Wismar erhielt 1229 seine bürgerlichen Rechte und gelangte 1301 in den Besitz Mecklenburgs. 1259 hatte es mit Lübeck und Rostock einen Pakt geschlossen, um sich gegen die zahlreichen Ostseepiraten zu verteidigen. Diese entwickelte sich zur Hanse. Im 13. und 14. Jahrhundert war es eine blühende Hansestadt mit bedeutenden Wollfabriken. Obwohl die Pest 1376 2000 von den Bewohnern mitgerissen wurde, scheint die Stadt bis zum 16. Jahrhundert einigermaßen blühend geblieben zu sein.

Unter schwedischer Herrschaft

Unter dem Westfälischen Frieden ging Wismar 1648 in den Besitz Schwedens über, mit einem Herrscherhaus, von dem es seinen Namen erhielt. Durch Wismar und die anderen Herrschaften im Heiligen Römischen Reich nahmen die schwedischen Monarchen in ihrer Rolle als Fürsten oder Reichsfürsten an den Reichstagen teil. Ab 1653 war es der Sitz des höchsten Gerichts für diesen Teil Schwedens. Im Jahr 1803 verpfändete Schweden sowohl die Stadt als auch die Herrschaft in Mecklenburg für 1.258.000 Riksdaler, wobei sich das Erlösungsrecht jedoch nach 100 Jahren vorbehalten hatte. Angesichts dieses bedingten Rechts Schwedens war Wismar erst 1897 auf dem Landtag von Mecklenburg vertreten. 1903 verzichtete Schweden schließlich auf seine Ansprüche an die Stadt. Wismar behält noch einige Überbleibsel seiner alten Privilegien, einschließlich des Rechts, seine eigene Flagge zu zeigen.

Moderne Zeiten

Um die Wende des 19. Jahrhunderts waren Eisenwaren, Maschinen, Papier, Dachpappe und Asphalt die wichtigsten Produktionszweige in Wismar. Insbesondere auf dem Seeweg war ein beträchtlicher Handel mit den Ausfuhren von Getreide, Ölsaaten und Butter sowie den Einfuhren von Kohle, Holz und Eisen zu verzeichnen. Der Hafen war tief genug, um Schiffe mit einem Tiefgang von 5 Metern (16,4 Fuß) zuzulassen, so dass beträchtliche Dampfer an den Kais entladen werden konnten. In Wismar befanden sich das Flugzeugwerk Dornier und die Schienenfahrzeugfabriken.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Wismar durch Luftangriffe der Alliierten schwer beschädigt. Am Ende des Krieges in Europa, als sich die Verbindungslinie zwischen sowjetischen und anderen Armeen der Alliierten bildete, wurde Wismar am 2. Mai 1945 vom 1. kanadischen Fallschirm-Bataillon der 6. Luftlandedivision der britischen Luftwaffe gefangengenommen.

Am 7. Mai 1945 trafen sich General Montgomery und Marschall Konstantin Rokossovsky in Wismar. Am 1. Juli 1945 zogen die britischen Truppen ab, nachdem die Besatzungszone der Jalta-Konferenz Wismar zu einem Teil der Sowjetzone Deutschlands gemacht hatte, und die sowjetischen Truppen übernahmen die Sowjets.

In der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik von 1949 bis 1990 wurde Wismar als Hafen- und Schiffsstadt entwickelt und wurde nach Rostock der zweitgrößte Hafen der DDR. Obwohl die DDR-Regierung versprochen hatte, Kirchen, die während des Krieges schwer beschädigt wurden, wiederherzustellen, wurde diese Verpflichtung größtenteils nicht erfüllt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurden Kirchen und andere historische Gebäude in der Altstadt restauriert. Die etwa 100 Meilen östlich gelegenen alten Städte Wismar und Stralsund wurden als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet. Im Jahr 2011 wurde Wismar Hauptstadt des Landkreises Nordwestmecklenburg (Nordwestmecklenburg).

Bürgermeister und Oberbürgermeister

1919-1929: Rechtsanwalt Hans Rasp (1877–1957, SPD)

1929-1933: Heinrich Brechling (1897–1959, SPD)

1933-1945: Alfred Pleuger (NSDAP)

Mai 1945 - Juni 1945: Heinrich von Biel (unabhängig)

Juni 1945 - August 1945: Heinz Adolf Janert (1897-1973) (unabhängig)

August 1945 - 1945: Karl Keuscher (KPD)

September 1945 - 1945: August Wilke (KPD)

Dezember 1945 - Dezember 1950: Herbert Säverin (1906-1987) (SPD / SED)

Januar 1951 - Juni 1952 Erhard Holweger (1911–1976) (SED)

August 1953 - Juni 1957: Herbert Kolm (SED)

Quelle: Wikipedia
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