Kreisfreie Stadt Delmenhorst

Niedersachsen, Deutschland

Land:
Staat:
Kreis:
Kreisfreie Stadt Delmenhorst
Bevölkerung:
73 588

Über Kreisfreie Stadt Delmenhorst

Delmenhorst (dtlmənˈh ,st) ist ein kreisfreier Stadtteil in Niedersachsen. Es hat eine Bevölkerung von 74.500 Einwohnern und liegt 10 Kilometer westlich der Bremer Innenstadt, womit es ein zusammenhängendes Stadtgebiet bildet, während die Stadt Oldenburg 25 Kilometer nordwestlich liegt. Die Stadt hat eine Gesamtfläche von 62,36 Quadratkilometern (24,08 Quadratkilometer); und eine Bevölkerungsdichte von rd. 1200 Einwohner pro km².

Bürgermeister ist seit 2014 Axel Jahnz (SPD).

Geschichte

Delmenhorst wurde 1254 erstmals urkundlich erwähnt, nachdem der Graf von Oldenburg, Otto I., 1234 den Ort in der Nähe der Delme gekauft hatte. Eine Burg zum Schutz der neu gegründeten Siedlung wurde um 1247 errichtet. machte das Schloss zu seiner Residenz; Delmenhorst wurde am 15. Juli 1371 unter dem Bremer Gesetz zu einer unabhängigen Stadt erklärt.

Nach einer kurzen Zeit unter der Leitung des Bremer Bischofs von 1421 bis 1436 kehrte Delmenhorst unter der Obhut von Oldenburg zurück. Delmenhorst war später berüchtigt für seine Räuberbarone unter dem Grafen Gerd. Ihre Herrschaft endete 1482 dank einer Belagerung des Schlosses unter der Führung des Bischofs von Münster. Daher stand die Stadt nun unter Münster, bis schließlich Graf Anton I. die Stadt und die Burg 1547 zurückeroberte.

Als der letzte Erbe von Anton, Christian, 1647 starb, geriet Delmenhorst erneut in Oldenburg in Haft. Da Oldenburg zu den dänischen Königen gehörte und der damalige Oldenburger Regent mit dem dänischen König verwandt war, stand Delmenhorst danach unter dänischer Herrschaft.

1767 wurde Delmenhorst von Zarin Katharina II. Gekauft, 1773 jedoch der neuen Oldenburg übergeben. 1777 wurde Delmenhorst zum Herzogtum Oldenburg erklärt. Im Jahre 1806 besetzte eine französische und niederländische Armee das Gebiet; Delmenhorst war von 1811 bis 1813 ein Teil des französischen Reiches unter Napoleon.

Im Industriezeitalter erlebte Delmenhorst dank Bremen ein starkes Wirtschaftswachstum. Da sich Bremen in einer anderen Zollzone befand, mussten Kaufleute, die Waren außerhalb Bremens exportieren wollten, hohe Zölle zahlen. Sie exportierten daher nur die Rohstoffe und produzierten ihre Waren in den umliegenden Dörfern. Als Industrien entstanden die Jute - eine Spinnerei und Weberei im Jahre 1871, die Delmenhorster Linoleumfabrik - eine Linoleumfabrik, 1882, die Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei oder Nordwolle - eine weitere, größere Spinnerei und einige andere. Die Zahl der Einwohner hat sich in diesen Jahren vervierfacht.

1903 wurde Delmenhorst für kreisfrei erklärt, was bedeutet, dass es unter seiner eigenen Regentschaft war und keiner anderen Grafschaft gehorchen musste. In der Großen Depression der 1930er Jahre ging die Nordwolle in Konkurs - dennoch wurde die Stadt größer und umfasste mehrere kleinere Dörfer. An der Kristallnacht im November 1938 wurde die Synagoge von den Nationalsozialisten niedergebrannt, die 1933 in Deutschland an die Macht gekommen waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich Delmenhorst in der britischen Besatzungszone und hatte mit Tausenden von Flüchtlingen aus Ostdeutschland zu kämpfen. die jetzt von der Sowjetunion besetzt wurde. Der während der britischen Besatzung ernannte britische Bürgermeister war Major Jack Wolfe, ein Inspektor der britischen Polizei. 1950 lebten mehr als 57.000 Menschen in Delmenhorst.

Seit den 1960er Jahren ist ein stetiger Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen, wodurch mehr als 13% der Einwohner der Stadt arbeitslos sind und fast 7% von der Sozialhilfe leben. Im Jahr 2000 war Delmenhorst ein Außenposten der in Hannover ansässigen Expo 2000.

Das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) für Fortgeschrittene Studien befindet sich in Delmenhorst, in der Nähe von Deichhorst. Das HWK fördert die Zusammenarbeit zwischen und unter internationalen Forschern und Künstlern, von denen viele auf dem Gelände des HWK untergebracht sind. Das Publikum ist durch eine öffentliche Vortragsreihe beschäftigt. Die Forschungsschwerpunkte sind Energie, Erde, Gehirn und Gesellschaft.

Bürgermeister

Wilhelm Müller: 1933–1937

Hermann Maas: 1937–1945

Walter Kleine: 1945–1945

Johann Schmidt (1870–1949): 1945–1946

Wilhelm von der Heyde: 1946–1955

Anton Eickmeier (1912–1955): 1955–1955

Hans Albers: 1955–1956

Wilhelm von der Heyde (1885–1972): 1956–1968

Ernst Eckert (1904–2004): 1968–1974

Harald Groth (* 1943): 1974–1976

Otto Jenzok (1928–1984): 1976–1984

Walter Löwe: 1984–1986

Erwin Pelka: 1986–1986

Jürgen Thölke (* 1934): 1986–2001

Carsten Schwettmann: 2001–2006

Patrick de La Lanne (geb. 1962): 2006–2014

Axel Jahnz: seit 2014

Hauptsehenswürdigkeiten

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Wasserturmkomplex mit angrenzendem Rathaus, erbaut von 1910 bis 1914 vom Architekten Heinz Stoffregen.

Ein weiterer interessanter Ort ist die Burginsel, auf der die alte Burg im Mittelalter existierte. Der Bau wurde im 18. Jahrhundert abgerissen. Heute befindet sich ein Park (genannt Graft) auf dem Gelände der alten Burg.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Delmenhorst

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