Kreisfreie Stadt Frankenthal (Pfalz)

Rheinland-Pfalz, Deutschland

Land:
Kreis:
Kreisfreie Stadt Frankenthal (Pfalz)
Bevölkerung:
47 035

Über Kreisfreie Stadt Frankenthal (Pfalz)

Frankenthal (Pfalz) ist eine Stadt im Südwesten Deutschlands in Rheinland-Pfalz.

Geschichte

Frankenthal wurde 772 erstmals urkundlich erwähnt. 1119 wurde hier ein Augustinerkloster errichtet, dessen Ruinen - nach dem Gründer als Erkenbertruine bekannt - noch heute im Stadtzentrum stehen.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts siedelten sich Menschen aus Flandern, die wegen ihres religiösen Glaubens verfolgt wurden, in Frankenthal an. Sie waren fleißig und künstlerisch und brachten der Stadt wirtschaftlichen Wohlstand. Einige von ihnen waren wichtige Teppichweber, Juweliere und Künstler, deren Frankenthaler Malerschule (Frankenthaler Malerschule) Berühmtheit erlangte. Im Jahre 1577 wurde der Ort vom pfälzischen Pfalzgrafen Johann Casimir zur Stadt erhoben.

Im Jahr 1600 wurde Frankenthal zu einer Festung umgebaut. 1621 wurde es während des Dreißigjährigen Krieges von den Spaniern belagert und anschließend von Truppen der gegnerischen Seiten besetzt. Handel und Industrie wurden ruiniert und die Stadt wurde erst 1682 wieder aufgebaut.

1689 wurde die Stadt von französischen Truppen im Krieg der Großen Allianz niedergebrannt. Die Stadt erholte sich davon nicht mehr als fünfzig Jahre.

Unter der Herrschaft des Kurfürsten Charles Theodore wurde Frankenthal jedoch 1750 als Industriezentrum gegründet. Zahlreiche Fabriken wurden eröffnet und Maulbeerbäume für die Seidenproduktion gepflanzt. 1755 wurde die berühmte Frankenthaler Porzellanmanufaktur eröffnet, die bis 1800 in Betrieb war.

1797 geriet die Stadt während der Französischen Unabhängigkeitskriege unter französische Besatzung. Es ging 1816 in Bayern über.

Der Beginn der modernen Industrialisierung stammt aus dem Jahr 1859.

1938 wurde die 1884 errichtete jüdische Synagoge während der Kristallnacht niedergebrannt.

Bei einem Bombenangriff 1943 wurde das Stadtzentrum fast vollständig zerstört. 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, war seine Industrie in Trümmern, es wurde zuerst von den Amerikanern und dann von den Franzosen besetzt.

Seit 1946 gehört Frankenthal zum Bundesland Rheinland-Pfalz. Heute ist die Stadt wieder Standort einiger mittelständischer Industrien.

Einwohnerzahl

1850: 4,767

1900: 16.899

2000: rund 50.000

2015: 48,363

Oberbürgermeister

Internationale Beziehungen

Frankenthal hat eine Partnerschaft mit:

Colombes, Frankreich seit dem 26. Oktober 1958

Strausberg, Deutschland (Brandenburg) seit dem 16. Oktober 1990

Sopot, Polen seit dem 17. April 1991

Partnerschaft:

Gemeinschaft von Butamwa, Ruanda seit dem 15. Dezember 1982

Assoziierte Städte:

Berlin-Neukölln, Deutschland

Pushkin, Russland

Blumenau, Brasilien

Söhne und Töchter der Stadt

Abraham Heidanus (1597-1678), ein reformierter Theologe

Esther Moscherosch geb. Ackermann (1602-1632), Ehefrau des Staatsmannes und Barockdichters Johann Michael Moscherosch

Jacob Marrel (1614-1681), Stilllebenmaler

Johann Philipp Becker (1809-1886), Revolutionär

Georg Vierling (1820-1901), Komponist (Widmung der Vierlingstraße)

Konrad Maurer (1823–1902), bayerischer Rechtshistoriker

Julius von Michel (1843–1911), Augenarzt

Richard Reverdy (1851–1915), Bauingenieur

Karl Wendling (1857–1918), Pianist und Musikpädagoge

Karl Perron (1858–1928), Opernsänger

Franz Nissl (1860–1919), Neurologe und Psychiater

August von Parseval (1861-1942), Konstrukteur von Luftschiffen (Widmung des Parsevalplatzes)

Hermann Wilker (1874–1941), Ruderer

Oskar Perron (1880–1975), Mathematiker

Ludwig Marum (1882–1934), Rechtsanwalt und Politiker, Opfer des Holocaust

Arnold Fanck (1889–1974), Regisseur und Pionier des Bergfilms

Paul Martini (1889–1964), Arzt

Carl Neubronner (1892–1961), Politiker

Georg Gehring (1903–1943), Ringer

Karl Huber (1904–1965), Politiker und Gewerkschafter

Josef Frank (1906–1971), Politiker (SPD)

Werner Knab (1908–1945), Jurist und SS-Führer

Hans Carste (1909–1971), Komponist und Dirigent

Adolf Metzner (1910–1978), Leichtathlet

Rudi Fischer (1925-2012), Fußballtorhüter

Nachname

Der Familienname "Frankenthal" wird unter den in vielen Ländern verstreuten Menschen - insbesondere unter Juden - bezeugt und weist auf einen endgültigen Ursprung der Familie in der Stadt hin, obwohl sie möglicherweise Jahrhunderte alt ist und keine Erinnerung außer dem Namen hinterlässt.

Galerie

Ruinen des Klosters

Die zwei Kirchen in der Mitte

Wormser Tor

Stadtrand

Festung Franckenthal

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Frankenthal

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