Kreisfreie Stadt Gelsenkirchen

Regierungsbezirk Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Land:
Kreis:
Kreisfreie Stadt Gelsenkirchen
Bevölkerung:
257 607

Über Kreisfreie Stadt Gelsenkirchen

Gelsenkirchen (westdeutsch: Gelsenkiärken) ist die 11. größte Stadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalens und mit 262.528 Einwohnern (2016) die 25. größte Stadt des Landes Deutschland. An der Emscher (einem Nebenfluss des Rheins) liegt sie mitten im Ruhrgebiet, dem größten Stadtgebiet Deutschlands, dessen fünftgrößte Stadt nach Dortmund, Essen, Duisburg und Bochum ist. Das Ruhrgebiet liegt in der Metropolregion Rhein-Ruhr, einem der größten Stadtgebiete Europas. Gelsenkirchen ist nach Dortmund, Bochum, Bielefeld und Münster die fünftgrößte Stadt Westfalens und eine der südlichsten Städte im niederdeutschen Dialektgebiet. In der Stadt befindet sich der berühmte Fußballverein Schalke 04, der nach Gelsenkirchen-Schalke benannt ist. Das Vereinsstadion Veltins-Arena befindet sich jedoch in Gelsenkirchen-Erle.

Gelsenkirchen wurde erstmals im Jahr 1150 urkundlich erwähnt, blieb aber bis ins 19. Jahrhundert ein kleines Dorf, als die industrielle Revolution zum Wachstum des gesamten Gebiets führte. Im Jahre 1840, als der Abbau der Kohle begann, lebten 6.000 Einwohner in Gelsenkirchen; 1900 war die Bevölkerung auf 138.000 angestiegen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Gelsenkirchen die bedeutendste Kohlebergbaustadt Europas. Es wurde die "Stadt der tausend Feuer" für die Flammen der nachts aufflammenden Minengase genannt. Gelsenkirchen wurde 1928 mit den angrenzenden Städten Buer und Horst verschmolzen. Die Stadt trug den Namen Gelsenkirchen-Buer, bis sie 1930 in Gelsenkirchen umbenannt wurde. Während der NS-Zeit blieb Gelsenkirchen ein Zentrum der Kohleproduktion und Ölraffinierung und wurde deshalb während des Zweiten Weltkriegs bei Luftangriffen der Alliierten bombardiert. In Gelsenkirchen gibt es keine Colliers mehr, denn die Stadt sucht nach einem neuen Image, das seit Jahrzehnten von einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland betroffen ist. Heute befindet sich Deutschlands größtes Solarkraftwerk in der Stadt. In Gelsenkirchen-Scholven gibt es ein Kohlekraftwerk mit den höchsten Schornsteinen Deutschlands (302 m).

Geschichte

Antike und Mittelalter

Obwohl der Stadtteil, der jetzt Buer heißt, 1003 von Heribert I. erstmals als Puira erwähnt wurde, gab es bereits in der Bronzezeit - und damit vor 1000 v. Chr. - auf einem Hügel nördlich der Emscher Jagdjäger. Sie lebten nicht in Häusern als solchen, sondern in kleinen Höfen, die sich nebeneinander versammelten. Später drangen die Römer in die Gegend vor. Um 700 wurde die Region von den Sachsen besiedelt. Einige andere Stadtteile, die heute im Norden von Gelsenkirchen liegen, wurden in Dokumenten aus dem frühen Mittelalter erwähnt. Einige Beispiele sind: Raedese (heute Resse), Middelvic (Middelich, heute Teil von Resse), Sutheim (Sutum; heute Teil von Beckhausen) und Sculven (heute Scholven). Viele benachbarte Bauerngemeinschaften wurden später als Iuxta Bure ("in der Nähe von Buer") identifiziert.

Es war gegen 1150, als der Name Gelstenkerken oder Geilistirinkirkin zum ersten Mal auftauchte. Etwa zur gleichen Zeit wurde die erste Kirche der Stadt im heutigen Buer gebaut. Diese Ecclesia Buron ("Kirche in Buer") wurde vom Küster aus Deutz, Theodericus, in ein Verzeichnis der Pfarrkirchen aufgenommen. Diese Siedlung gehörte der Mark. Im Altertum und sogar im Mittelalter lebten jedoch nur wenige Dutzend Menschen in den Siedlungen rund um das Emscherbecken.

Industrialisierung

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war das Gebiet in und um Gelsenkirchen nur dünn besiedelt und fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Im Jahre 1815, nachdem es zeitweilig zum Großherzogtum Berg gehörte, ging das Land, das jetzt die Stadt Gelsenkirchen umfasste, in das Königreich Preußen über, das es der Provinz Westfalen zuordnete. Während das damalige Gelsenkirchen - ohne die heutigen nördlichen Gemeinden wie Buer - im Amt Wattenscheid im Bezirk Bochum untergebracht war, im Regierungsbezirk Arnsberg, war Buer, ein eigenständiges Amt, im Besitz zusammen mit dem nahe gelegenen Horst schloss sich der Kreis Recklinghausen in der Regierungsregion Münster an. Diese Vereinbarung endete erst 1928.

Nach der Entdeckung der Kohle - liebevoll "schwarzes Gold" genannt - im Ruhrgebiet 1840 und der anschließenden Industrialisierung wurden die Köln-Minden-Bahn und der Hauptbahnhof Gelsenkirchen eröffnet. 1868 wurde Gelsenkirchen Sitz eines Amtes im Bochumer Stadtteil, in dem sich die Gemeinden Gelsenkirchen, Braubauerschaft (seit 1900, Bismarck), Schalke, Heßler, Bulmke und Hüllen befanden.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Gelsenkirchen

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