Kreisfreie Stadt Gera

Thüringen, Deutschland

Land:
Staat:
Kreis:
Kreisfreie Stadt Gera
Bevölkerung:
95 384

Über Kreisfreie Stadt Gera

Gera ist mit 96.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Thüringen, Deutschland, 55 Kilometer südlich von Leipzig, 75 km östlich von Erfurt und 120 km westlich von Dresden.

Gera wurde 995 erstmals erwähnt und entwickelte sich im 13. Jahrhundert zu einer Stadt. Später war es der Wohnsitz mehrerer Reihen der Reussen bis zum Ende der Monarchie in Deutschland im Jahr 1918. Im 19. Jahrhundert wurde Gera zu einem Zentrum der Textilindustrie und erlebte eine rasante Entwicklung. 1952 wurde die Stadt als Verwaltungshauptstadt des Verwaltungsbezirks Gera zu einem Verwaltungszentrum in der DDR. 1990 wurde Gera Teil des neu gegründeten Thüringens. Der Verlust seiner administrativen Funktionen sowie seines industriellen Kerns (verursacht durch den Strukturwandel in der europäischen Textilindustrie und den Wandel der Wirtschaftssysteme nach der deutschen Wiedervereinigung) führte zu einem Ausrutscher der Stadt in eine anhaltende Wirtschaftskrise.

Seit 1990 wurden viele Gebäude von Gera restauriert und große Stadtplanungsprogramme wie die Bundesgartenschau 2007 eingeführt, um die Wirtschaft von Gera zu stimulieren. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen einige erhaltene Gebäude der königlichen Residenz-Epoche sowie zahlreiche öffentliche und private Gebäude aus der wirtschaftlichen Blütezeit zwischen 1870 und 1930. Der berühmte Maler Otto Dix wurde 1891 in Gera geboren.

Gera liegt in einer hügeligen Landschaft im Osten Thüringens im weiten Tal der Weißen Elster.

Geschichte

Mittelalter

Der Ortsname Gera bezog sich ursprünglich auf das Gebiet des Elstertals, in dem die Stadt heute steht. Der Name stammt höchstwahrscheinlich vor der europäischen Migrationsperiode - die Slawen, die das Gebiet im 8. Jahrhundert zum ersten Mal besiedelten, übernahmen den Namen. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Gera stammt aus dem Jahr 995.

Im Jahr 999 übertrug Kaiser Otto III. Die "Provinz" von Gera dem Kloster Quedlinburg. Im Gegenzug übertrug die Kirche die Schutzgebiete dieses Gebiets 1209 den Vogten von Weida (Vögte von Weida), die als Verwalter fungierten. Die Vogten von Weida waren die Vorfahren der Reussen, die Gera bis 1918 regierten. Gera wurde 1237 zum ersten Mal als Stadt erwähnt, obwohl nicht klar ist, in welchem Jahr Gera das Stadtgesetz erhielt. Die Kleinstadt wurde im 13. Jahrhundert auf einer Fläche von 350 x 350 m umzingelt und das Vogts-Stadtschloss wurde in der südwestlichen Ecke der heutigen Burgstraße errichtet. Ein städtisches Siegel wurde erstmals 1350 verwendet, der Rat wurde 1360 erstmals benannt und das Rathaus wurde 1426 erwähnt. Die Äbtissin von Quedlinburg blieb bis 1358 die formale Oberin von Gera, während die Wettins ihr folgten. Die Vogt's konnten sich nicht von der Wettin-Herrschaft emanzipieren. Im Jahr 1450 wurde Gera während des Sächsischen Bruderkrieges fast vollständig zerstört, konnte sich aber schnell wieder erholen, da die beginnende Textilherstellung Reichtum in die Stadt brachte.

Frühe Neuzeit

Die Reformation wurde 1533 in Gera gegen den Willen der Vogten durch die Wettins eingeführt. Nach dem Schmalkaldischen Krieg 1546 verloren die Wettiner Gera an die böhmische Krone, die jedoch keinen Einfluss auf die Stadt hatte, so dass die Vogts resp. Die Reussen (die Mitte des 16. Jahrhunderts aus den Vogten hervorgingen) wurden als Herrscher gestärkt. Im 16. Jahrhundert wanderten einige Tuchmacher aus den spanischen Niederlanden auf Einladung von Graf Henry als religiöse Flüchtlinge nach Gera aus und bauten das Textilgeschäft in Gera auf. Im 18. Jahrhundert gab es in dieser Branche einen ersten Höhepunkt (Putting-Out-System), den man heute in den großen Agentenhäusern sehen kann.

Im Jahr 1673 wurden die Reussen zu Reichsgrafen erhoben, die ihnen die volle Souveränität innerhalb des Heiligen Römischen Reiches gewährten. Gera wurde ihre königliche Residenz. In den Jahren 1686 und 1780 zerstörten große Stadtbrände die meisten Gebäude in Gera. Die Stadt wurde in den 1780er Jahren im spätbarocken Stil, die bis heute die Innenstadt prägt, relativ einheitlich umgebaut.

1806 errichtete Napoleon während des Vierten Koalitionskrieges sein Kaiserhauptquartier in Gera. Von hier aus schickte der französische Kaiser am 12. Oktober 1806 absichtlich einen arroganten und drohenden Brief an König Friedrich Wilhelm III. Von Preußen - ein Brief, der Preußen einige Tage später in den Krieg und eine vernichtende Niederlage in der Schlacht von Jena lockte. [2 ]

Seit 1815

Die Gera-Linie der Reussen starb 1802 aus, so dass sie keinen königlichen Wohnsitz hatte, bis die neue von Schleiz 1848 dorthin übersiedelte. Von 1848 bis 1918 war Gera Hauptstadt des Fürstentums Reuss-Gera. Mit der industriellen Revolution in der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs Gera vor allem aufgrund der Textilindustrie, in der 1836 der erste Kraftwebstuhl installiert wurde. Schnell wurde Gera 1859 über Zeitz und Weißenfels mit der Eisenbahn nach Halle verbunden. In den folgenden Jahrzehnten wurde Gera durch Eisenbahnlinien in alle Richtungen zu einem Verkehrsknotenpunkt, und die Stadt wuchs weiter. Die zweite elektrische Straßenbahn in Deutschland wurde 1892 in Gera installiert.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Gera

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