Kreisfreie Stadt Kempten

Schwaben, Bayern, Deutschland

Land:
Staat:
Region:
Kreis:
Kreisfreie Stadt Kempten
Bevölkerung:
64 625

Über Kreisfreie Stadt Kempten

Kempten ist die größte Stadt des Allgäus im bayerischen Schwaben. Die Einwohnerzahl betrug im Jahr 2016 etwa 68.000 Einwohner. Das Gebiet wurde möglicherweise ursprünglich von den Kelten besiedelt, später jedoch von den Römern übernommen, die die Stadt Cambodunum nannten. Kempten ist die älteste städtische Siedlung Deutschlands.

Geschichte

Vorrömisch

Der griechische Geograph Strabo erwähnt 50 v. Chr. Eine Stadt der keltischen Estiones namens Kambodunon. Dies ist die älteste schriftliche Erwähnung einer deutschen Stadt. Bisher konnte kein archäologischer Beweis dafür gefunden werden, dass diese keltische Siedlung wirklich existierte.

Römische Ära

15 v. Chr. Eroberten und zerstörten römische Truppen, angeführt von Nero Claudius Drusus und seinem Bruder Tiberius, eine bestehende keltische Siedlung. Später wurde die Siedlung Cambodunum genannt.

In den folgenden Jahren wurde die Stadt nach einem klassischen römischen Stadtplan mit Bädern, Foren und Tempeln umgebaut. Ursprünglich aus Holz, wurde die Stadt nach einem verheerenden Brand, der im Jahr 69 n. Chr. Fast die gesamte Stadt zerstörte, aus Stein wieder aufgebaut. Die Stadt diente möglicherweise im ersten Jahrhundert als Provinzhauptstadt von Raetia, bevor Augsburg diese Rolle übernahm. Umfangreiche archäologische Ausgrabungen Ende des 19. Jahrhunderts und noch einmal in den fünfziger Jahren, am damaligen Stadtrand von Kempten, fanden die umfangreichen strukturellen Grundlagen.

Die Stadt wurde 233 n. Chr. Erneut von den Alemanni, einem Stamm der Suebic, zerstört. Der ursprüngliche Standort von Cambodunum wurde daraufhin verlassen und die Siedlung an einen strategisch sicheren Ort auf dem Burghalde-Hügel mit Blick auf den Fluss Iller verlegt.

Mitte des 5. Jahrhunderts hatten die letzten römischen Truppen das Gebiet verlassen und die Stadt wurde vollständig von den Alemannen übernommen.

Mittelalter

Nachdem die Römer die Siedlung verlassen hatten, wurde sie vom Hügel hinab in die Ebene am Fluss Iller verlegt. In schriftlichen Quellen erscheint die Stadt als Cambidano. Nach wie vor überwiegend alemannisch, wurde die Stadt 683 erneut von den Franken zerstört, als die Stadt einen Aufstand gegen das fränkische Königreich unterstützte.

Um 700 wurde ein Kloster - die Abtei Kempten - erbaut, das erste im Allgäu, das von zwei Benediktinern aus der Abtei St. Gallen, Magnus von Füssen und Theodor, gegründet wurde. Audogar war der erste Abt des neuen Benediktinerklosters. Durch die finanzielle und Lobbyistenunterstützung von Hildegard, einer allemannischen Prinzessin, gelangte das Kloster zu einem der privilegiertesten des Frankenreiches.

Nach mehreren Verwüstungen der Magyaren begann Ulrich von Augsburg, Bischof von Augsburg und auch Abt von Kempten, 941 mit dem Wiederaufbau des Klosters und der Stadt.

Im Jahre 1213 erklärte der Kaiser Friedrich II. Den Abten zum Reichstag und verlieh dem Abt das Recht, den Titel eines Herzogs zu führen. Im Jahr 1289 gewährte König Rudolf I. von Deutschland der städtischen Siedlung im Flusstal jedoch besondere Privilegien und wurde damit zur freien Reichsstadt Kempten. Im Jahr 1525 wurden die letzten Eigentumsrechte der Äbte in der Kaiserstadt im sogenannten "Großen Kauf" verkauft. Dies war der Beginn des Zusammenlebens zweier unabhängiger Städte mit demselben Namen nebeneinander. Weitere Konflikte traten auf, nachdem die Kaiserstadt 1527 in direktem Gegensatz zum katholischen Kloster (und der Freien Stadt) zum Protestantismus konvertiert war.

Renaissance und Barock bis zur Moderne

Während der Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1632–33) wurden beide Städte von den kaiserlichen Truppen bzw. den schwedischen Truppen zerstört.

Im Jahr 1652 beauftragte Roman Giel von Gielsberg, der Abt von Kempten, die Graubündner Architekten Michael Beer und Johann Serro mit dem Bau der St.-Lorenz-Basilika als neue Kirche für die Pfarrei und das Kloster, darunter eine repräsentative Residenz des Herzogs. Abbots Dies gilt als die erste große Kirche, die nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges in Deutschland gebaut wurde.

In den Napoleonischen Kriegen gerieten Herzog-Abtei und Kaiserstadt unter bayerische Herrschaft (1802–03). 1819 wurden die beiden rivalisierenden Städte schließlich zu einer kommunalen Einheit zusammengeschlossen.

In der Stadt befand sich im Zweiten Weltkrieg ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau.

Claude (Claudius) Honoré Desiré Dornier, geboren in Kempten im Allgäu (14. Mai 1884 - 5. Dezember 1969) war ein deutscher Flugzeugingenieur und Gründer der Dornier GmbH. Sein Erbe bleibt in den wenigen nach ihm benannten Flugzeugen, darunter der Dornier Do 18 und das 12-motorige Dornier Do X, das seit Jahrzehnten das größte und leistungsfähigste Flugzeug der Welt ist.

Klima

Hauptsehenswürdigkeiten

Die St. Lorenz Basilika (Basilica minor)

Die St. Mang Kirche

Die Burghalde, eine Ruine.

Die Residenz des Herzogs-Abbots

Der archäologische Park Cambodunum

Das Rathaus und der Platz

Die Erasmuskapelle

Transport

Kempten ist über die A 7 (Würzburg – Ulm – Füssen) gut mit der Region verbunden. Die Bundesstraßen B 12 (teilweise als A 980 Autobahn), B 19 und B 309 kreuzen sich ebenfalls in Kempten.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Kempten

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