Kreisfreie Stadt Suhl

Thüringen, Deutschland

Land:
Staat:
Kreis:
Kreisfreie Stadt Suhl
Bevölkerung:
35 967

Über Kreisfreie Stadt Suhl

Suhl ist eine Stadt in Thüringen, Deutschland, 50 Kilometer südwestlich von Erfurt, 110 Kilometer nordöstlich von Würzburg und 130 Kilometer nördlich von Nürnberg. Es ist mit 35.000 Einwohnern der kleinste der sechs Stadtteile Thüringens. Suhl bildet mit seiner nördlichen Nachbarstadt Zella-Mehlis mit 46.000 Einwohnern das größte Stadtgebiet im Thüringer Wald. Die Region um Suhl ist von bis zu 1.000 Metern hohen Bergen geprägt, darunter der höchste Gipfel Thüringens, der Große Beerberg (983 m), etwa 5 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums.

Suhl wurde 1318 zum ersten Mal erwähnt und blieb eine kleine Bergbau- und Metallstädtestadt, bis Ende des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung durchbrach und Suhl zu einem Zentrum der deutschen Waffenproduktion wurde, die sich auf Gewehre und Geschütze mit Unternehmen wie Sauer & Sohn spezialisierte. Darüber hinaus war der Maschinenbau in Suhl mit dem bekannten Auto- und Mopedhersteller Simson ansässig. 1952 wurde Suhl zu einer der 14 Bezirkshauptstädte in Ostdeutschland, die zu einer von der Regierung bestimmten Periode des städtischen Wachstums und der Umwandlung führte. Seine Ergebnisse - ein typisches Stadtzentrum mit Betonarchitektur aus den 1960er Jahren - bestimmen die Gegenwart. Mit dem Verlust der administrativen und industriellen Funktionen erlebte Suhl ab 1990 einen nachhaltigen Stadtverfall.

Suhl ist bekannt für seine Sportler, insbesondere beim Schießen, Wintersport und Volleyball.

Geschichte

Mittelalter

In der Annalen der Abtei von Fulda wurde bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 1318 erwähnt, dass bereits zwischen 900 und 1155 n. Chr. Ein Ort namens Sulaha erwähnt wurde. Das Wappen von 1365 zeigt zwei Hämmer, die auf den wichtigsten Lebensunterhalt der Stadt hinweisen: die Metallverarbeitung. Die Region gehörte seit dem 11. Jahrhundert zu den Territorien der fränkischen Grafen von Henneberg. Suhl lag an einer wichtigen Handelsstraße von Gotha, Erfurt und Arnstadt, vorbei am Thüringer Wald in Oberhof bis zur Henneberg-Residenz Schleusingen.

Frühe Neuzeit

Ab 1500 gehörte das Henneberger Land zum Frankenkreis des Heiligen Römischen Reiches. Suhl ist seit 1445 ein Flecken (kleine Marktstadt) und 1527 wurden die vollen Stadtrechte erteilt. Damit ist Suhl eine der jüngsten Städte im heutigen Thüringen. Der Eisenerzbergbau schuf die Grundlage für die Entwicklung von Suhl als Zentrum des Büchsenmacherhandwerks.

Die Reformation wurde 1544 eingeführt. Von 1553 bis Ende des 17. Jahrhunderts fanden in der Region mehrere Hexenjagden statt. Als die Grafen von Henneberg 1583 ausstarben, ging Suhl an die sächsischen Wettiner Kurfürsten über, wo es bis 1815 blieb. Im Gegensatz zum Großteil des heutigen Thüringens gehörte es nicht zur Ernestinischen Linie der Wettiner, sondern zur Albertinischen Kadettenabteilung Saxe-Zeitz von 1660, so dass es seit fast 300 Jahren eine sächsische und später preußische Exklave in Thüringen war.

Im 16. Jahrhundert erlebten Eisenbergbau und Metallverarbeitung einen Boom, der durch den Dreißigjährigen Krieg beendet wurde, als 1634 kroatische Söldner unter dem kaiserlichen General Johann Ludwig Hektor von Isolani die Stadt niederbrannten. Ab etwa 1690 errichtete Herzog Moritz Wilhelm von Saxe Zeitz unterstützte den Wiederaufbau von Suhl als Bergbaustadt.

Seit 1815

Der Wiener Kongress von 1815 führte zum sächsischen Verlust von Suhl, das nun zu Preußen gehörte. Suhl blieb eine Exklave innerhalb der Ernestine-Gebiete und gehörte bis zur Auflösung Preußens 1945 zum Kreis Schleusingen.

Das spätere 19. Jahrhundert brachte 1882 den Anschluss an die Eisenbahn und die Industrialisierung der Metallverarbeitung. Um 1920 war Suhl ein Zentrum linker revolutionärer Gruppen, so dass die Reichswehr die Stadt (und die Nachbarstadt Zella-Mehlis) während des Kapp-Putschs besetzte und den Arbeiteraufstand beendete. Nach 1935 erlebte die Militärindustrie einen weiteren Aufschwung, der durch die NS-Bewaffnung verursacht wurde. Rund 10.000 Zwangsarbeiter mussten nach 1940 in der Rüstungsindustrie der Stadt arbeiten.

Die US-Armee erreichte Suhl am 3. April 1945 und wurde am 1. Juli 1945 durch sowjetische Truppen ersetzt. Im selben Jahr wurde Suhl Teil von Thüringen, das 1952 durch drei Bezirks ersetzt wurde. Suhl wurde die Hauptstadt des südwestlichen Bezirkes von Bad Salzungen im Nordwesten bis nach Sonneberg im Südosten mit 550.000 Einwohnern. In der DDR-Zeit erlebte die aufgerüstete Stadt ein rasantes Stadtwachstum, das bis heute prägt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 verlor Suhl seine Verwaltungsfunktionen, als Thüringen neu gegründet wurde und die Bezirks ersetzte. Außerdem brach die Branche zusammen. Beides führte zu einer strukturellen Krise, die noch nicht überwunden ist. Die Bevölkerung von Suhl ist seit 1988 um 35% zurückgegangen.

Geschichte der Waffenproduktion

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Suhl

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